Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten AöR

Zum 1. Juli 2005 nahm das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) mit Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) seinen Betrieb auf. Die Gründung des Unternehmens ist Teil der im Herbst 2003 vom Bayerischen Ministerrat beschlossenen Forstverwaltungsreform. Kern der Reform ist die Trennung der bisherigen Einheitsforstverwaltung in eine für Hoheit, Beratung und Förderung zuständige Forstverwaltung und ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen ausgerichtetes Unternehmen mit der Aufgabe der Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes. Gemäß dem Staatsforstengesetz vom 21.04.2005 übernehmen die Bayerische Staatsforsten die Verantwortung für die Bewirtschaftung von 720.000 Hektar Wald und rund 85.000 Hektar sonstiger Flächen des Freistaats Bayern. Eigentümer der Staatswaldflächen bleibt der Freistaat Bayern, den Bayerischen Staatsforsten wird ein unentgeltliches Nutzungsrecht eingeräumt. Das Unternehmen ist mit rund fünf Millionen Festmeter Jahreseinschlag eines der größten Forstunternehmen in Europa und wichtigster Rundholzanbieter Deutschland. Der Jahresumsatz der Bayerische Staatsforsten liegt bei rund 300 bis 330 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist somit ein bedeutender Arbeitgeber im ländlichen Raum (=größter Arbeitgeber im forstwirtschaftlichen Bereich in Deutschland).

Kernaufgabe des Unternehmens – abgeleitet aus dem Waldgesetz für Bayern und dem Staatsforstengesetz - ist die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes unter Beachtung der Grundsätze einer naturnahen Forstwirtschaft und unter Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktionen. Die Bayerische Staatsforsten setzt dies nach dem Grundsatz der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit um. Neben der Holznutzung und ihre Vermarktung, bewirtschaften die Bayerische Staatsforsten die Staatsjagden in Bayern nach dem vorbildlichen Grundsatz „Wald vor Wild“.

Entsprechend dem Staatsforstengesetz besteht das Unternehmen Bayerische Staatsforsten aus den Organen Aufsichtsrat (Aufsichtsratsvorsitzender: Staatsminister Helmut Brunner), Vorstand und Beirat (Beiratsvorsitzender: Abgeordneter des Bayerischen Landtags Albert Füracker). Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Freidhager leitet zusammen mit dem Vorstand Reinhardt Neft die Geschäftsführung des Unternehmens.

Sitz des Unternehmens Bayerische Staatsforsten ist die Zentrale in Regensburg, von der aus 41 regionale Forstbetriebe mit 370 Forstrevieren und mehrere überregionale Einrichtungen geführt werden. Im Durchschnitt erhalten die Forstbetriebe mit ihren rund acht bis zehn Forstrevieren Verantwortung für rund 15.000 bis 30.000 Hektar Staatswald bzw. rund 120.000 bis 180.000 Festmeter Jahreseinschlag.

Aktuelle Entwicklung des Unternehmens seit Gründung: Die Bayerischen Staatsforsten sind gut gestartet. Die Überführung der Aufgaben im Zuge der Umsetzung der Forstverwaltungsreform verlief geordnet. Die größeren Investitionen der Holzindustrie in Bayern wirken sich positiv auf die Forstwirtschaft und das Unternehmen aus. Diese Chancen am Holzmarkt wurden genutzt und die Preis- und Vertragsgestaltung mit den Partnern aus der Holzindustrie auf stabile Füße gestellt. Die Herausforderungen des Klimawandels an den Waldumbau werden mit hohen Investitionen vorangetrieben. Der Grundsatz „Wald vor Wild“ wird konsequent umgesetzt. Das Geschäftsjahr 2010 (1.7.2009-30.6.2010) beendete das Waldunternehmen mit einem Gewinn von 52,4 Millionen Euro.

Download Hintergrundinformationen