Fragen und Antworten rund um die Bayerischen Staatsforsten (FAQ)

Wie ist die Bayerische Staatsforsten organisiert?
Die Bayerische Staatsforsten ist ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen ausgerichtetes Unternehmen mit der Rechtsform einer Gesellschaft des öffentlichen Rechts (AöR). Die Bayerische Staatsforsten wurde am 1. Juli 2005 gegründet.

Gemäß dem Staatsforstengesetz vom 21.04.2005 übernimmt die Bayerische Staatsforsten die Verantwortung für die Bewirtschaftung von 720.000 Hektar Wald und rund 85.000 Hektar sonstiger Flächen des Freistaats Bayern. Eigentümer der Staatswaldflächen bleibt der Freistaat Bayern; den Bayerischen Staatsforsten wird ein unentgeltliches Nutzungsrecht eingeräumt. Das Unternehmen ist mit etwa fünf Millionen Festmeter Jahreseinschlag eines der größten Forstunternehmen in Europa und wichtigster Rundholzanbieter Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 3000 Mitarbeiter und ist somit bedeutender Arbeitgeber im ländlichen Raum.

Der Aufsichtsrat (Aufsichtsratsvorsitzender: Staatsminister Helmut Brunner) überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Der Beirat der Bayerischen Staatsforsten vermittelt gesellschaftliche Anliegen, die die Bewirtschaftung des Staatswaldes und der Jagden betreffen. Im Beirat ist eine Vielzahl gesellschaftlicher Interessengruppen aus Wirtschaft, Politik, Umwelt- und Erholungsverbänden vertreten.

Sitz des Unternehmens Bayerische Staatsforsten ist die Zentrale in Regensburg, von der aus 41 regionale Forstbetriebe mit 370 besetzten Forstrevieren und mehrere überregionale Einrichtungen geführt werden.

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Was sind Ziel und Aufgaben der Bayerischen Staatsforsten?
Kernaufgabe des Unternehmens – abgeleitet aus dem Waldgesetz für Bayern und dem Staatsforstengesetz - ist die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes unter Beachtung der Grundsätze einer naturnahen Forstwirtschaft und unter Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktionen. Die Bayerischen Staatsforsten setzen dies nach dem Grundsatz der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit um. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften die Staatsjagden in Bayern nach dem Grundsatz „Wald vor Wild“.

Das für rein privatwirtschaftliche Unternehmen legitime Ziel einer Gewinnmaximierung würde für die Bayerischen Staatsforsten deutlich zu kurz greifen. Wir sehen uns in besonderem Maße der gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet und streben daher das Ziel der Optimierung des Gesamtnutzens an.

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Was bedeutet für die Bayerischen Staatsforsten Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit ist unser Schlüssel zum Erfolg. Ihr fühlen wir uns umfassend verpflichtet: In ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Sie ist Grundlage und Erbe der 250 Jahre alten Forstgeschichte in Bayern. Diese verbindet uns mit der hoheitlichen Forstverwaltung. Die Nachhaltigkeit ist gleichzeitig wichtigstes Leitbild für die Zukunft. Hier verbinden sich unsere Verantwortung, als größter deutscher Forstbetrieb mit den Verpflichtungen und Visionen als Treuhänder des Staatswaldes.

Für uns bedeutet das, die uns anvertrauten Wälder so zu nutzen, dass der Holzertrag dauerhaft erzielt werden kann und der Zuwachs genutzt wird, ohne den Staatswald in seiner Substanz zu gefährden. Die Bayerische Staatsforsten sichert zudem aktiv die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes und der Natur. Eine Grundvoraussetzung für die Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Wertigkeit des ganzen Systems.

Nachhaltigkeit prägt auch das Verhalten gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den gesellschaftlichen Interessengruppen des Unternehmens. Sie stellt die Grundlage für die Effizienz des Managements, wie auch die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg, der ihre langfristige Durchsetzung dauerhaft sichern soll.

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Wer ist bei den Bayerischen Staatsforsten beschäftigt?
Die Bayerische Staatsforsten beschäftigt zum 30. Juni 2008 (Stichtag) insgesamt 2951 Personen und 78 Auszubildende. Dies entspricht 2.799 Vollarbeitskräften. Damit lag die Beschäftigtenzahl um 32 Personen bzw. 1 Prozent unter der Zahl des Vorjahrs.

Unter den Beschäftigten der Bayerischen Staatsforsten befinden sich rund 1.800 Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter (Forstwirte), 387 Angestellte und Verwaltungsarbeiter sowie eine Gruppe von Spezialisten wie Juristen, Informatiker, Kaufleute, Betriebswirte, Diplom-Forstwirte, Logistiker und Sägewerksspezialisten. Im Bereich der Bayerischen Staatsforsten arbeiten zum Stichtag 723 Beamtinnen und Beamte.

Die BayerischenStaatsforsten bildet auf hohem Niveau und über den eigenen Bedarf aus. Insgesamt sind 78 Auszubildende im Unternehmen: Forstwirte, Revierjäger, Mechatroniker, Industriekaufleute.

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An wen verkauft die BaySF ihren Rohstoff Holz?
Unser Rohholz bietet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Stammholz wird an große und kleine Sägewerke verkauft, die es zu Bau- und Schnittholz weiterverarbeiten. Diese Produkte werden später zu Bauzwecken und für die Möbelherstellung verwendet. Daneben werden vor allem schwächere Hölzer an große Industrien verkauft, die Papier, Zellstoff und Spanplatten herstellen.

Für Haushalte, die mit Holz heizen, spielt die Verwendung unseres Holzes als Brennholz eine große Rolle. Insgesamt werden ca. 600.000 Raummeter an zahlreiche Haushalte abgegeben. In geringerem Umfang werden von uns auch Waldhackschnitzel zur Wärme- und Stromgewinnung verkauft.

Insgesamt pflegt die Bayerische Staatsforsten Kundenbeziehungen zu über 1.000 Kunden.

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Was bedeutet für die Bayerischen Staatsforsten der Grundsatz "Wald vor Wild"?
Unser waldbauliches Ziel ist es, standortgemäße, naturnahe, gesunde, leistungsfähige, stabile und gemischte Wälder zu erhalten oder wieder zu schaffen. Hierzu wollen wir die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten durch eine auf einen artenreichen und gesunden Wildbestand ausgerichtete Bejagung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen. 

Die gesetzlichen Grundlagen zur Jagd finden Sie im Bayerischen Jagdgesetz, im Waldgesetz für Bayern und im Staatsforstengesetz.

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Woher wissen die Förster der Bayerischen Staatsforsten wie viel Holz sie ernten können?
In den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten wird in periodischen Zeitabständen der Waldzustand erfasst. Dabei werden in statistisch abgesicherten Stichprobenaufnahmen u.a. Baumhöhen und -durchmesser ermittelt und in einer Zentralen Datenbank gespeichert. Aus diesen Daten leiten sich dann Vorrat (Masseninhalt aller vorhandenen Bäume) und Zuwachs (Massenzunahme aller Bäume innerhalb eines Jahres) ab.

Die Maßeinheit für die Holzmasse ist der Festmeter. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter, also dem Volumen eines Würfels mit einem Meter Kantenlänge.
Die Bayerische Staatsforsten bewirtschaftet den ihr anvertrauten Wald nachhaltig, d.h. es wird jedes Jahr maximal nur soviel Holz geerntet wie tatsächlich auch wieder zuwächst. Derzeit haben die Wälder der Bayerischen Staatsforsten einen Vorrat von rund 203 Millionen Festmeter und einen Zuwachs von jährlich rund 6,1 Millionen Festmeter.

Im Geschäftsjahr 2008 (1.7.2007-30.6.2008) wurden 4,96 Millionen Festmeter Holz geerntet, der Einschlag blieb somit mehr als 1,1 Millionen Festmeter unter dem jährlichen Zuwachs.

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Was passiert mit den Gewinnen der Bayerischen Staatsforsten?
Im Jahresabschluss ermittelt die Bayerische Staatsforsten das Jahresergebnis. Dabei kann es sich um einen Gewinn oder auch einen Verlust handeln. Der Jahresabschluss wird von Wirtschaftsprüfern geprüft, genehmigt und dem Aufsichtsrat als Eigentümervertretung zur Feststellung und Entlastung des Vorstands vorgelegt.

Nach Feststellung des Jahresabschlusses, entscheidet der Aufsichtsrat über die Gewinnverwendung. Diese bestimmt wieviel dem Freistaat Bayern über die Gewinnabführung zufließen und wieviel die Bayerische Staatsforsten behalten und in die so genannten "Rücklagen" einstellen kann.

Im Geschäftsjahr 2008 (1.7.2007-30.6.2008) wurde ein Gewinn von 62 Millionen Euro erzielt. Davon wurden 45 Millionen Euro an den Freistaat Bayern als Gewinnabführung und 17 Millionen Euro als Rücklagen in der BaySF einbehalten.

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Warum setzt die Bayerische Staatsforsten Maschinen im Wald ein?
Die Waldarbeit, speziell die Holzernte, ist deutschlandweit die gefährlichste und körperlich am meisten beanspruchende Arbeit. Daher wird bisher und auch weiterhin alles unternommen, um diese Tätigkeiten zu erleichtern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der unmittelbaren Gefahrenzone im Wald zu bringen. Dazu wurden Holzerntemaschinen entwickelt, so genannte "Harvester". Bei schwachen bis mittelstarken Bäumen können diese Forstspezialmaschinen bereits heute das Fällen, Entasten und Zerteilen in Stammstücke komplett übernehmen.

Um diese Stammstücke oder auch von Waldarbeitern aufgearbeitete ganze Stämme aus dem Wald an den Lagerstreifen entlang der Forststraßen zu bringen, werden hochmoderne Spezialmaschinen so genannte Tragschlepper oder Rückezüge (engl. Forwarder) eingesetzt. Diese Tragen oder Schleifen das Holz auf möglichst "großen Pfoten" aus dem Bestand um den Waldboden zu schonen. Die "großen Pfoten" sind Niederdruckbreitreifen in möglichst großer Anzahl. Derzeit ist mit acht Rädern pro Rückezug ein Optimum erreicht.
Die Holzernte- und auch Rückemaschinen bewegen sich grundsätzlich nur auf vorgegebenen Gassen zwischen den Bäumen durch den Wald, um nicht den Boden im gesamten Bestand zu verdichten.
Diese Gassen werden zusätzlich mit dem anfallenden Reisig der geernteten Bäume gepolstert, um Fahrspuren möglichst zu vermeiden.
Diese Rückegassen müssen einen sehr gestreckten Verlauf haben, da die Fahrzeuge mit der großen Aufstandsflächen in engen Kurven Schäden durch die Scherbewegungen erzeugen.

Vom Lagerplatz an der Waldstraße wird das Holz auf Holzfuhrwerke geladen und in die Sägewerke oder die Holzindustrie transportiert.

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Ich will mich für unseren Wald engagieren und was tun: an wen wende ich mich?
Auf den Flächen der Bayerischen Staatsforsten engagieren sich viele Freiwillige. Ein Schwerpunkt des Engagements liegt dabei im Bergwald. Starke Partner in diesem Naturraum sind der Deutsche Alpenverein e.V. und der Bergwaldprojekt e.V.. In Einsatzwochen im bayerischen Alpenraum helfen sie mit den heimischen Bergwald zu pflegen. Weitere Informationen dazu schicken wir Ihnen gerne zu. Schreiben sie uns: info(at)baysf.de.

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Haben Sie weitere Fragen zu den Bayerischen Staatsforsten?
Dann schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihr Interesse an den Bayerischen Staatsforsten und werden Ihnen zeitnah antworten.

eMail: info(at)baysf.de

oder Postanschrift:

Bayerische Staatsforsten
Tillystraße 2
93053 Regensburg