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Wildkatze am Obermain gesichtet?

Wildkatze oder nicht? Videoaufnahmen aus dem Staatswald zeigen die typischen Merkmale. Eine genetische Untersuchung der hinterlassenen Haare wird letzte Sicherheit bringen.

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Rothenkirchen, 30. September 2015 - Seit dem vergangenen Jahr wurde durch den Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten im Staatswald der Landkreise Lichtenfels und Kronach ein umfangreiches „Wildkatzenmonitoring“ durchgeführt. Dabei konnte anhand von genetisch untersuchten Katzenhaaren erstmals eindeutig die Rückkehr der Wildkatze in den Frankenwald nachgewiesen werden. „Im Landkreis Lichtenfels war uns das bis jetzt nicht gelungen“, sagt Forstbetriebsleiter Peter Hagemann. „Erfolg hatte hier aber im letzten Jahr der Kreisverband des Bund Naturschutz, dessen groß angelegte Untersuchung mehrere „Treffer“ in den Wäldern im westlichen und nördlichen Landkreis ergab.“

Zur Gewinnung von Haarproben kommen mit Baldrian getränkte Lockstäbe zum Einsatz – für alle Katzen ein unwiderstehlicher Magnet. Beim Kontakt hinterlassen die Tiere jeweils nur wenige Haare, genug für einen „genetischen Fingerabdruck“, der die eindeutige Unterscheidung von Wild- und Hauskatzen zulässt.

„Die Wildkatze ist eine Bewohnerin strukturreicher Mischbestände und für uns ein wichtiger Indikator für Naturnähe im Wald. Deshalb wird unser Monitoring auch im Jahr 2015 fortgeführt“, so Hagemann. Mit Hilfe einer automatischen Kamera seien nun offenbar Filmaufnahmen einer Europäischen Wildkatze im Staatswald nördlich von Buch am Forst gelungen, nach seiner Kenntnis die ersten am Obermain überhaupt. Mehrere Videosequenzen an einem Lockstab zeigen eine Katze beim genüsslichen „Einparfumieren“ mit Baldrian bis hin zum abschließenden katzentypischen Benetzen des Stabes mit Urin zur Reviermarkierung. Nach den äußeren Merkmalen wie Fellzeichnung, kräftigem Schwanz und schwarzem Sohlenfleck sind sich die Förster ziemlich sicher, dass es sich dabei um eine Wildkatze handelt. Ein endgültiger Nachweis ist nur anhand der hinterlassenen Haare möglich, die zur wissenschaftlichen Untersuchung auf dem Weg in ein Speziallabor sind.