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Wanderverband Bayern und Staatsforsten pflanzen lebendiges Denkmal

Nürnberg, 07. April 2016 - Die Aktion "Lebendiges Denkmal" wurde von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aus Anlass des Jubiläums 25 Jahre Mauerfall / 25 Jahre deutsche Einheit ins Leben gerufen. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Idee war es ein wachsendes, lebendiges Denkmal aus je drei Bäumen zu pflanzen. Damit sollte das Zusammenwachsen Deutschlands symbolisiert werden, zugleich eine in die Zukunft gerichtete Botschaft von Leben und Wachstum.

Der Wanderverband Bayern hat diese Idee aufgegriffen, jedoch etwas variiert. In der Vorlage der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald werden drei Bäume empfohlen, die Deutschland symbolisieren sollen: Buche, Eiche und Tanne. Der Wanderverband Bayern hat sich dazu entschlossen, anlässlich seiner Jahrestagung an wechselnden Orten jeweils drei Bäume zu pflanzen, die in einer besonderen Beziehung zu dem jeweiligen Ort stehen. So wurden 2014 in Oberelsbach in der Rhön drei Elsbeeren am Elsbach gepflanzt. 2015 in Eglofs im Allgäu wurden drei Obstbäume gepflanzt. Die diesjährige Jahresversammlung des Wanderverbands Bayern fand in Nürnberg im März statt. Aus diesem Anlass wurde ein schöner Platz am Weißensee in der Nähe des Tierheimes auf dem Gelände des Forstbetriebs Nürnberg ausgewählt, an dem der markierte Albquerweg des FAV vorbeiführt. Eine Bank lädt zum Verweilen am See ein.

Gepflanzt werden drei Winterlinden, die später dem Wanderer bei der Rast Schatten spenden sollen. Die Winterlinde ist nicht nur Baum des Jahres 2016, sie hat auch eine besondere Bedeutung für den Nürnberger Reichswald. Der Forstbetrieb pflanzt sie an geeigneten Standorten im Reichswald in einer Mischung mit Eiche und Buche. Die Linde hat kulturell einen besonderen Stellenwert; als Gerichtslinde, Dorflinde oder Tanzlinde war sie jahrhundertelang ein Baum der Gerichtsorte und Versammlungsplätze kennzeichnete. Dies entspricht genau der Idee des Wanderverbandes Bayern, bei der individuellen Auswahl von Bäumen für seine wachsenden Denkmäler: ein Naturdenkmal mit besonderer Beziehung zu dem Standort in dem sich Natur und Kultur vereinen.

Während in kleinen Orten die Pflanzung eines solchen Denkmals einfach war, stellte sie den Wanderverband in einer Großstadt wie Nürnberg vor ungeahnte Probleme. Da hier vergleichbare Aktionen von vielen unterschiedlichen Gruppen medienwirksam veranstaltet werden, haben die Städte meist eine Gebührenordnung, die eine Pflanzaktion mit erheblichen Kosten belastet. Da der Wanderverband diese Kosten nicht tragen konnte, schien 2016 eine Pflanzaktion ausfallen zu müssen. Doch hier bewährte sich wieder einmal die gute Zusammenarbeit zwischen Wanderverband und Staatsforsten. Der Forstbetrieb Nürnberg bot spontan an, die Pflanzaktion auf seinem Gebiet kostenfrei durchzuführen. Der Forstbetrieb arbeitet vor Ort speziell mit den Fränkischen Albverein als Partner zusammen.  

Die Kooperation zwischen Staatsforsten und Wanderverband ist eng, da naturgemäß viele der Wanderwege, die von den Mitgliedsvereinen des Wanderverbandes markiert werden, über das Gebiet der Staatsforsten laufen. Deshalb wurde 2008 ein Grundlagenvertrag zwischen den Staatsforsten und dem Wanderverband geschlossen, um alle wichtigen Fragen zum Wegeunterhalt, Markierung, Kontrolle der Qualität von Wegen und Markierung, Versicherungs- und Haftungsfragen zu klären.