Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Wald-TÜV überprüft die Arbeit des Forstbetriebs Kaisheim

Von rechts nach links: PEFC-Auditor Horst Gleißner, stv. Forstbetriebsleiter Karl Stumpf, Revierleiter Schrobenhausen Wolfgang Haller und Forstbetriebsleiter Helmut Weixler vor einem Biotop im Hagenauer Forst bei Schrobenhausen

Download

Kaisheim, 01. September 2017 - PEFC – diese Buchstaben stehen für ein international anerkanntes Waldzertifizierungsprogramm. Mit dem PEFC-Siegel werden für den Verbraucher Produkte gekennzeichnet, die aus geprüft nachhaltiger, umwelt- und sozialverträglicher Forstwirtschaft stammen. Alle Staatswälder im Freistaat Bayern werden nach diesen PEFC-Standards bewirtschaftet. Die Wälder des Forstbetriebs Kaisheim liegen zwischen Dillingen und Schrobenhausen im Süden und Treuchtlingen im Norden. Das von uns produzierte Holz trägt das PEFC-Siegel.

Ob sämtliche PEFC-Regeln vom Forstbetrieb Kaisheim auf seinen 18.000 ha auch eingehalten werden, prüfen in regelmäßigen Abständen unabhängige Zertifizierer wie Horst Gleißner.

Horst Gleißner überprüfte nun in zwei Tagen anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs sowohl unsere Arbeit im Büro als auch im Wald: „Im Büro lassen sich Kriterien wie das Einhalten des nachhaltigen Holzeinschlags, einer ausreichenden Pflege der jungen Wälder, die Erfüllung des Abschussplans, das Einhalten der Sozialstandards bei Arbeitnehmern und den eingesetzten Unternehmern, Gefährdungsanalysen, Schutzausrüstung und regelmäßige Belehrungen zum Unfallschutz der Mitarbeiter, der Einkauf umweltfreundlicher Treib- und Schmierstoffe, Verzicht auf Pestizide und vieles mehr prüfen.“

„Im Wald sehen wir dann, ob die Nutzungen zielgerichtet und pfleglich erfolgten und so umgesetzt werden, dass ein stabiler und artenreicher Mischwald entsteht. Hierbei spielt aber auch die Jagd eine erhebliche Rolle: Nur bei waldverträglichen Rehwildbeständen ist es möglich, wertvolle Mischbaumarten wie Tanne und Eiche zu verjüngen! Gibt es zu viele Rehe ist deren Verbiss das Todesurteil gerade für diese Baumarten. Zu hohe Wildbestände gefährden somit die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder.“

Die Verjüngung auf Mischwälder ist dem Betriebsleiter Helmut Weixler ein wichtiges Anliegen: „Angesichts des Klimawandels brauchen wir eine Risikostreuung im Wald – also neben Fichte und Buche vor allem die Tanne sowie die Eiche als Tiefwurzler und stabilisierende Baumarten. Diese können neben Stürmen auch Trockenphasen gut überstehen. Damit sind sie die Grundlage für zukünftig klimastabile Wälder.“

„In allen besuchten Waldorten besteht die Verjüngung aus mehreren Baumarten, die zu stabilen und artenreichen Mischwäldern herangezogen werden können! Auch der Verbiss ist – von lokal schwierigen Bereichen abgesehen – auf tragbarem Niveau“, wertete Horst Gleißner seine Beobachtung.

Weiteres Augenmerk des Auditors ist der Bodenschutz: „Waldböden dürfen nur auf Rückegassen – das sind Fahrlinien im Abstand von ca. 30 Metern – befahren werden, um möglichst wenig Fläche zu verdichten. Damit bleiben die restlichen unbefahrenen Flächen als lockerer und wasseraufnahmefähiger Waldboden erhalten. Zusätzlich muss der Bodendruck der Maschinen durch möglichst breite Reifen abgesenkt werden, damit die Rückegassen geschont werden. Zum Bodenschutz gehört auch, dass die eingesetzten Maschinen hohe Standards (geringer Bodendruck, umweltfreundliche Motoren und Schmiermittel) einhalten müssen. Viele Forstunternehmer weisen dies z. B. durch ihre Zertifizierung nach.“

Auch der Naturschutz auf der bewirtschafteten Fläche wird begutachtet: „Werden seltene heimische Baumarten oder Sträucher wie Elsbeere, Wildbirne, Heckenrose etc. gefördert bzw. gepflanzt? Werden bei der Nutzung Nist- und Höhlenbäume geschont, Biotope für Amphibien und Frösche gepflegt bzw. neu angelegt, bleibt genug stärkeres Restholz als Lebensraum für Pilze und Insekten im Wald zurück?“ All dies gehört in den geprüften Kriterienkatalog und zeigt, dass Schützen und Nützen auf gleicher Fläche sehr gut möglich ist.

Nach den zwei Tagen intensiver Prüfung steht für Horst Gleißner fest: „Der Forstbetrieb Kaisheim erfüllt die Kriterien des PEFC vorbildlich und darf das PEFC-Siegel weiterhin verwenden.“ Zwar hatten Forstbetriebsleiter Helmut Weixler und sein Stellvertreter Karl Stumpf mit einem positiven Ergebnis gerechnet, doch freuen sie sich zusammen mit dem Revierleiter des Reviers Schrobenhausen, Wolfgang Haller, über das sehr gute Ergebnis im Vor-Ort-Audit.

Verbraucher können somit weiterhin guten Gewissens unsere Produkte mit dem PEFC-Siegel erwerben, da diese aus nachhaltiger, ökologisch und sozial verträglicher Forstwirtschaft mit positiver Ökobilanz stammen.