Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Trotz vieler Rohre nicht in die Röhre geschaut ...

Forstpflanzen in Wuchshüllen: Hier schaut die Pflanze schon oben raus (Foto: Markus König, BaySF)

Buchenberg, 2. November 2017 - Sicher sind schon vielen Waldbesuchern die Röhren aufgefallen, die im Wald, teils vereinzelt, aber manchmal auch in größerer Anzahl vor allem in Waldlichtungen stehen. Staatswald-Revierleiter Markus König erklärt, was es damit auf sich hat:  

„Es handelt sich um sogenannte „Wuchshüllen“, die der jungen Pflanze für den Start in ihre hoffentlich lange Zukunft optimale Bedingungen bieten. Hauptsächlich werden diese Hüllen zum Schutz von Baumarten verwendet, die empfindlich gegen Wildverbiss oder Frost sind. Immer wieder kann ich beobachten, wie Waldbesucher in die Röhren schauen und sich fragen, was da wohl drin ist…“  

Die Röhre schützt durch das in ihr entstehende Mikroklima vor extremer Witterung bei Frost ebenso wie bei Hitze und Trockenheit. Außerdem bietet sie Schutz vor Wildverbiss und hält auch die Konkurrenzvegetation – wie z.B. Brombeere - im Zaum, die sonst mehrere Jahre hintereinander kostenaufwändig mechanisch durch Waldarbeiter beseitigt werden müsste. Eine Kontrolle, ob die Pflanzen mit ihren Röhren durch Wind oder Schnee umgedrückt worden sind, ist natürlich notwendig, hält sich aber vom Aufwand her in Grenzen. „Das sind typische Schlechtwetterarbeiten im Forstbetrieb“ erklärt Revierleiter König. „Wir ersparen uns durch den Schutz, den die Rohre bieten, im Sommer viel wertvolle Zeit, die dann speziell in diesen Monaten bei der Bekämpfung des Borkenkäfers eingesetzt werden kann“, so Markus König weiter. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der Kulturbegründung kleinere Pflanzensortimente ausgebracht werden können. Die kosten weniger, sind schneller zu pflanzen und haben dazu noch den Vorteil, dass sie in kürzerer Zeit ein stabiles Wurzelsystem ausbilden.  

Wenn alles gut geht, werden die jungen Bäume ungefähr für eine Dauer von fünf Jahren durch die Röhren geschützt. Dann sind die Bäumchen selbst soweit gefestigt, dass Witterung, Wild oder Konkurrenzvegetation keinen Schaden mehr anrichten können. Die Röhren können jetzt - soweit sie nicht beschädigt sind - demontiert und mindestens noch einmal wiederverwendet werden.   Wenn die Röhren letztendlich ausgedient haben, werden sie abgebaut und ordnungsgemäß entsorgt.  

„Insgesamt gesehen ergänzt die Wuchshülle bei der Kulturbegründung unsere Möglichkeiten, die wir haben, um unsere Bemühungen zu sichern, unsere Wälder zu klimastabilen Mischwälder umzubauen. Die Wuchshüllen werden aber sicher immer auf Spezialfälle beschränkt bleiben, bei denen die Situation vor Ort so einen aufwändigen Schutz der jungen Bäumchen notwendig macht!“, fasst Staatswaldrevierleiter Markus König zusammen.