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Prüfung für Bayerische Gebirgsschweißhunde im Großen Wald

Eine erfolgreiche Prüfungsabsolventin: Die junge Hündin Kaya von der Kiefelmauth (Foto: Arno Bletzinger, BaySF)

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Sonthofen, 13. Oktober 2017 - Anfang Oktober fand bei den Bayerischen Staatsforsten im „Großen Wald“ des Forstbetriebs Sonthofen eine Prüfung für Bayerische Gebirgsschweißhunde statt. Diese Jagdhunderasse wird speziell dafür gezüchtet, verletzte Wildtiere zu suchen und zu finden.

Wildtiere können bei der Jagdausübung verletzt werden oder auch bei Verkehrsunfällen. Damit die Tiere nicht unnötig leiden müssen, versuchen Jäger, sie schnell zu finden und zu erlegen. Durch das besonders stark ausgebildete und trainierte Riechvermögen können Bayerische Gebirgsschweißhunde die Spur des verletzten Tieres aufnehmen und verfolgen. So führt der Hunde seinen Hundeführer zum Stück, der es dann nötigenfalls von seinen Leiden erlösen kann.

Staatswald-Berufsjäger Arno Bletzinger, der die Prüfung mit vorbereitet hat, berichtet: „Im Großen Wald wurden vier junge Hunde im Alter von etwa eineinhalb Jahren geprüft. In den Prüfungen wird festgestellt, ob die Hunde von ihrem Ausbildungsstand her in der Lage sind, reale Nachsuchen nach verletztem Wild zuverlässig zu leisten und ob die natürlichen Anlagen des Hundes auch für die weitere Zucht der Hunderasse ausreichen.“ Hauptbestandteil dieser Prüfung ist eine Wundfährte von etwa einem Kilometer Länge. Diese Wundfährte wird von den Prüfern des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde am Vortag der Prüfung mittels eines sogenannten Fährtenschuhs getreten. In die Sohle dieser Fährtenschuhe wird jeweils ein Paar Hufe, der Jäger spricht von „Schalen“, eines Hirschkalbes eingespannt. So drücken sie sich beim Gehen im Erdboden ab. Jetzt kann die natürliche Fährte eines Stückes Wild künstlich angelegt werden. Zusätzlich wird auf die erste Hälfte dieser Fährte Blut von demselben Hirschkalb getropft. Dieses Blut wird von den Jägern seit alters her Schweiß genannt, daher auch die Bezeichnung Schweißhund.  

Ein solcher Schweißhund muss vor allem aber auch eine Fährte ohne Schweiß ausarbeiten können. Gerade bei Verkehrsunfällen haben die Tiere oft keine offenen Verletzungen. Deshalb wird für die zweite Hälfte der Fährte der Schweiß weggelassen. Der Hund muss sich dann rein am individuellen Geruch der Schalenabdrücke des Hirschkalbes orientieren. „Das geht natürlich nur, weil die Riechleistung eines solchen Schweißhundes bis zu 100.000 mal so gut ist wie beim Menschen. Der Hund muss diese individuelle Fährte am Folgetag von all den anderen natürlichen Fährten unterscheiden können, die auf dem einen Kilometer Länge die künstliche Fährte vor oder nach deren Anlage gekreuzt haben.“ erklärt der Sonthofener Forstbetriebsleiter Jann Oetting. Einer der vier Prüfungshunde hat sich dann auch zu oft von diesen sogenannten Verleitfährten verleiten lassen, weshalb er die Prüfung schließlich nicht bestanden hat. Er darf aber weiter üben und die Prüfung in einem Jahr wiederholen. Oetting weiter: „Den Bayerischen Staatsforsten ist die Hundearbeit sehr wichtig. Der professionelle Einsatz von Jagdhunden ist zum einen die unabdingbare Voraussetzung für eine tierschutz- und waidgerechte Jagd. Ein entsprechend veranlagter und ausgebildeter Schweißhund kann aber auch die Duftspur eines Menschen durch Großstädte verfolgen. Das kann hilfreich sein bei der Verfolgung von Bösewichten oder auch bei der Suche von vermissten oder orientierungslosen Menschen. Die anderen drei Hunde im Großen Wald haben ihre Prüfungen bestanden. Herzlichen Glückwunsch!“