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Pferderücker im Neuwirtshauser Forst

Pferderücker Bert Grebner und Hengst "Girgel" in Aktion

Hammelburg, 28. April 2016 - Ein seltener Anblick bietet sich zur Zeit dem Waldbesucher im Neuwirtshauser Forst – der Noriker-Hengst „Girgel“ und sein Chef Bert Grebner rücken Holz für die Bayerischen Staatsforsten. Grebner ist einer der letzten unterfränkischen Pferderücker und überwiegend im Kommunalwald rund um seinen Heimatort Järkendorf bei Gerolzhofen tätig. Neben seinem 6-jährigen Hengst hat er noch zwei weitere Pferde im Einsatz, beides Süddeutsche Kaltblüter. Seinen forstlichen Maschinenbestand hat er vor drei Jahren aufgegeben, aber die Arbeit mit den Pferden führt er leidenschaftlich und unter hohem persönlichem Einsatz fort.

Zurzeit arbeitet er bei Revierleiter Wolfram Götz in der Abteilung Blawerz und rückt Fichtenstämme, die vom Wind geworfen oder vom Nassschnee im Januar gebrochen wurden und von den Forstwirten des Forstbetriebes Hammelburg aufgearbeitet wurden. Das größte Problem für den Rücker ist dabei der Untergrund - „Girgel“ ist dabei schon fast bis zum Bauch im Wasser eingesunken und hat schwer zu arbeiten. Im Standort ist auch der Einsatz des Pferdes begründet, denn die häufigen Niederschläge der letzten Wochen haben zu ausgeprägter Staunässe geführt, sodass dort im Moment unmöglich mit Maschinen gefahren werden kann. Das Holz muss jedoch aus Waldschutzgründen unbedingt aus dem Wald, um die Ausbreitung von Borkenkäfern zu verhindern. Damit soll auch der umliegende, im Staatswald eingebettete Privatwald geschützt werden. Also muss das Pferd ran, wo die Maschine an ihre Einsatzgrenzen stößt.

30 Pferdestärken kann der Hengst kurzzeitig aufbringen und damit im Höchstfall etwa einen Festmeter ziehen. Allerdings hat er nur selten eine so große Masse auf einmal zu bewältigen und so schafft das Gespann an einem normalen Tag ungefähr 80 fm. Unter den erschwerten Bedingungen, also dem nassen Standort, dem Einzelanfall des Holzes sowie der langen Entfernung bis zur Forststraße wird seine Leistung aber voraussichtlich deutlich niedriger liegen.

Der auf die eine oder andere Weise sowohl für den Rücker als auch den Forstbetrieb aufwendige Einsatz aber ist notwendig und bietet - auch ohne zu romantisieren - einen schöner Anblick…