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Naturschutz groß geschrieben

Klassisch typischer Flechten-Kiefernwald, eine Rarität

Neuer Waldwirtschafts-Plan filtert Kleinode aus

Schwandorf 20. Mai 2016 – „Nachhaltig Wirtschaften“, so präsentieren sich die Bayerischen Staatsforsten in ihrem Logo. Vorstandsvorsitzender Martin Neumeyer legt allerdings Wert darauf, dass sich dieses nicht nur auf den reinen waldwirtschaftlichen Aspekt bezieht. Nachhaltig wird bei den Bayerischen Staatsforsten gesamtheitlich gedacht. Viele schützenswerte Lebensräume, Pflanzen- und Tierarten finden sich in den Staatswalddistrikten, auf deren Pflege, Erhalt und Entwicklung besonderes Augenmerk zu legen ist. In der naturnahen integrativen Waldwirtschaft kommen alle diese Aspekte unter einen Hut, die Staatswaldförster haben alles verantwortlich im Blick. So werden bei der derzeit laufenden Forsteinrichtungsplanung für den Forstbetrieb Burglengenfeld (wir berichteten) sämtlich schützenswerte und zu entwickelnde Biotope ausgefiltert und unter dem vorrangigen Naturschutzziel beplant.

Stolz konnte Forstbetriebsleiter Thomas Verron im Kreither Forst einen hier nur noch sehr seltenen Flechten-Kiefernwald vorzeigen. Nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz steht dieses Relikt armer oberpfälzer streugenutzter Sandstandorte unter besonderem Schutz. Weiterer Nährstoffentzug über Ganzbaumnutzung wird hier die Devise sein. Das heißt, das gesamte Kronenmaterial muss aus der Fläche entnommen werden, der Nährstoffkreislauf muss zum Erhalt der typischen Flechtendecke unterbrochen bleiben. Eventuelle forstwirtschaftliche Maßnahmen werden hier in enger Abstimmung mit dem amtlichen Naturschutz des Landratsamtes erfolgen.

Aufgrund der Luftschadstoffeinträge verbessern sich die Waldböden allerdings laufend, einem Düngeeffekt gleichkommend entwickelt sich eine reichhaltigere Bodenflora. Der ärmste Vegetationstypus „Flechte“ wird zunehmend über den Preißelbeer- vom Heidelbeerkrauttypus abgelöst. Hat Verron noch in seiner Jugendzeit mit Preißel- und Schwarzbeersammeln sein Taschengeld aufgebessert, so kann er heute kaum mehr Preißelbeerstandorte finden. Im Gegenteil ist bereits die Heidelbeere oftmals über Kniehöhe aufgeschossen. „Die gesamte Krautflora im Wald hat sich sichtbar in den letzten Jahrzehnten verändert, der Lebensraum Wald hat sich auf ein nährstoffreicheres Niveau gehoben“. Die Einflüsse aus dem Gesellschaftsleben haben aber auch ihr Gutes für den Wald. Er wächst so viel zu wie noch nie. Das heißt, heute kann auf der Fläche mehr Holz geerntet werden als noch vor einigen Jahrzehnten. Auch das wird durch die Inventurergebnisse der Forsteirichtung belegt und auf dieser Basis nachhaltig geplant. Denn der Wald soll auch als Erholungsraum sowie für den Wasser- und Luftschutz nachhaltig bestehen und in seiner Funktionenleistung für die Gesellschaft erhalten bleiben. Schließlich bezieht die Stadt Schwandorf im Kreither Forst reines Trinkwasser aus einem Tiefbrunnen. Für alles leisten die Förster der Bayerischen Staatsforste umfassend Gewähr.