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Nasse Füße für Sonnentau und Auerhuhn

Mit einem Hinweisschild an der Schneebergstraße informiert Bernhard Kraus, Förster bei den Bayerischen Staatforsten, die Waldbesucher über die Moorrenaturierung im Ahornfelsmoor

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Forstbetriebs Fichtelberg renaturiert Moorfläche beim Seehügel

Fichtelberg, 9. November 2017 – Im Ahornfelsmoor am Seehügel lässt der Forstbetrieb Fichtelberg eine ehemals entwässerte Moorfläche wieder vernässen. Dadurch bleibt dort ein Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen erhalten und der Wasserabfluss wird gebremst.

Schmatzend bewegt sich die Schaufel des großen Kettenbaggers durch den dunklen Moorboden. Mit viel Fingerspitzengefühl dirigiert Baggerfahrer Andreas Robisch, sein tonnenschweres Fahrzeug mit meterbreitem Kettenlaufwerk über die Fläche, um nicht in einer nassen Stelle zu versinken. Hier im Ahornfelsmoor am Fuße des Seehügels lassen die Bayerischen Staatsforsten die alten Entwässerungsgräben verschließen, um das entwässerte Moor wieder zum Leben zu erwecken. Denn Wasser ist das Lebenselexier solcher Moorflächen. Davon profitieren seltene Tier- und Pflanzenarten, die auf solche Moorstandorte angewiesen sind, wie Sonnentau und Moosbeere, Kreuzotter und Auerhuhn.

„Auch wir Menschen brauchen intakte Moore“ begründet Bernhard Kraus, Förster beim Forstbetrieb Fichtelberg und zuständig für das Revier Vordorf die Arbeiten. „Denn funktionsfähige Moore saugen sich wie ein Schwamm mit Wasser voll, fangen damit Hochwasserspitzen ab und sorgen für gleichmäßigen Abfluss. Der Moorkörper bindet außerdem das Treibhausgas Kohlendioxid. Deshalb schützen wir damit auch das Klima.“

Ziel der Maßnahme ist es, eine locker mit Bäumen bestockte Moorfläche mit hohem Wasserstand zu erhalten. Die Arbeiten erfolgen jetzt im Herbst, weil dadurch eine Störung während der Balz- und Brutzeiten der Tiere vermieden wird, die Winterruhe nicht gestört wird.

„Auf den wiedervernässten Moorflächen verzichten die Bayerischen Staatsforsten zukünftig ganz bewusst auf Erträge aus der Waldbewirtschaftung“ erklärt Förster Kraus. „Die ökologische Aufwertung ist uns hier wichtiger.“

Die Bauarbeiten bringen gut zwei ha Moor in einen naturnahen Zustand, also eine Fläche von knapp drei Fußballfeldern. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg fördert die Moorrenaturierung als besondere Gemeinwohlleistung der Bayerischen Staatsforsten.