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Methusaleme und Höhlenbewohner begrenzen Holzeinschlag

Höhlenbewohner (Foto: Stephan Keilholz)

Bayerische Staatsforsten verbinden Waldwirtschaft mit Naturschutz

Im bayerischen Staatswald sind Höhlenbewohner herzlich willkommen, ihre Unterkünfte werden sogar besonders geschützt. Gemeint sind Spechte, Hohltauben, höhlenbrütende Singvögel wie auch Fledermäuse. Gerade Spechte zimmern unermüdlich Baumhöhlen für sich, ihren Nachwuchs und viele Nachfolgenutzer. Bei den Bayerischen Staatsforsten werden deshalb die Höhlenbäume sichtbar gekennzeichnet, damit sie bei Waldarbeiten nicht versehentlich gefällt werden. Das ist heuer im Staatswald bei Riegling besonders wichtig. Denn ein Holzeinschlag ist im Prüfeninger Holz geplant.

In den nächsten Wochen wird es für Waldbewohner und Waldbesucher zwischenzeitlich etwas unruhiger. Rund um das Walderlebniszentrum Sinzing wird nach 10-jähriger Pause wieder Holz geerntet und damit der Wald gepflegt. Hiebsreife Bäume werden entnommen, wodurch die darunter nach Licht und Wasser dürstenden jungen Bäumchen ihre Chance in eine spannende Zukunft erhalten. Durch gezielte Pflege und Pflanzung von Mischbaumarten wie Tanne, Ahorn oder Elsbeere wird der Wald auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet.

Spuren des noch mehrere Jahre nachwirkenden Extremsommers 2015 sind aktuell an den Fichten der Donaueinhänge zu finden. So zeigen sich die im Herbst von Fichtenborkenkäfer befallenen Bäume aktuell durch abfallende Rindenteile aus dem oberen Stammbereich des Baumes, obwohl die Nadeln in den Kronen häufig noch tief grün gefärbt sind. Die Bäume müssen zügig gefällt und abtransportiert werden. Um das schnell und für alle sicher zu bewerkstelligen, wird ein Harvesterteam eingesetzt.

Während einige Insekten wie Fichtenborkenkäfer, Prachtkäfer oder Eichenprozessionsspinner und Pilze wie der Hallimasch großen Schaden im Wald anrichten können, stabilisieren andere Insekten wie viele Schlupfwespen, Fledermäuse oder Vögel das Ökosystem Wald, indem sie als natürliche Feinde der Schädlinge wirken. Um deren Lebensgrundlage zu stärken und deren Brutraum zu erhalten markieren die Förster der Bayerischen Staatsforsten Biotopbäume und abgestorbenes Totholz mit einer farbigen Schlangenlinie. So sind sie bei Waldarbeiten gut von allen Seiten zu erkennen. Ausgeprägt dicke und erhaltenswerte Bäume werden als sogenannte „Methusalembäume“ mit einem „M“ markiert, damit Schäden an ihnen möglichst vermieden werden.
Rund um das Walderlebniszentrum Sinzing hat die Erholungsfunktion des stadtnahen Waldes besondere Bedeutung bei der Waldbewirtschaftung der Bayerischen Staatsforsten. Durch den Einsatz modernster Technik werden die Zeiträume erforderlicher Wegesperrungen minimiert. Die Waldbesucher werden dringend gebeten, diese Sperrungen ernst zu nehmen. Sie dienen ausschließlich der Sicherheit der Erholung suchenden Bevölkerung.

Ziel des Forstbetriebs Burglengenfeld ist es, „Sie auch nach den nötigen Waldarbeiten wieder als zufriedenen Waldbesucher anzutreffen, der sich an der Schönheit und Vielfalt des bayerischen Staatswaldes erfreuen und vom Alltagsstress erholen kann“, wie es der zuständige Revierleiter Roland Seitz (als Autor dieses Berichts) zusammenfasst.