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Holzernte im Winterwald

Breite Stahlbänder über den Rädern der Forst-Spezialfahrzeuge schützen den Waldboden vor tiefen Fahrspuren bei Holzerntearbeiten in der Nähe von Bischofsgrün.

Forstbetrieb Fichtelberg nutzt Frostperiode zur schonenden Holzernte

Bischofsgrün, 25. Januar 2017 – Für Holzerntearbeiten bei Bischofsgrün auf Standorten mit wenig tragfähigen Böden nutzt der Forstbetrieb Fichtelberg die derzeitige Frost- und Schneelage, um dort ohne Schäden an Boden und Forstwegen Bäume zu entnehmen und den Wald zu verjüngen.

Mit tiefem Brummeln rollt der grüne Rückezug von Albert Pscherer aus Mehlmeisel durch den tiefen Schnee. Ähnlich wie eine Pistenraupe hat das Fahrzeug Stahlbänder mit mehr als einem Meter Breite über alle Räder montiert. Dadurch wird verhindert, dass sich unter dem tonnenschweren Fahrzeug tiefe Fahrspuren bilden, obwohl der Boden hier am Kroppenbach mit Wasser gesättigt und extrem weich ist. Durch die dicke Schneeauflage und den Frost im Boden sind Waldboden und Forststraße zusätzlich geschützt.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Götz, der einen Harvester, eine achträdrige Holzerntemaschine, bedient, erntet „Bertl“ im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten hier im Revier Bischofsgrün Bäume und transportiert sie zur Forststraße. Treffsicher greift der Kran des Rückefahrzeugs nach den Holzstämmen, die links und rechts neben der Fahrgasse liegen und verlädt diese auf dem Fahrzeug. Wenn der Rungenkorb mit Stämmen gefüllt ist, steuert der Fahrer sein Fahrzeug zur Forststraße zurück, wo er das Holz zu großen und kleinen Stößen aufschlichtet – die großen für Sägewerke, die kleinen für Brennholzkäufer in der Region.

„Im Erholungswald rund um die Höhenklinik wollen wir das Zeitfenster mit solch optimalen Bedingungen wie jetzt nutzen, um Holz zu ernten“ erklärt Florian Manske, Servicestellenleiter am Forstbetrieb Fichtelberg und damit zuständig für den Maschineneinsatz. „Im Sommer kann man auf diesen Flächen kaum trockenen Fußes laufen. Jetzt mit Schnee und Frost lässt sich hier optimal Holz machen – optimal für den Transport des Holzes, aber auch optimal für die Holzqualität - keine Gefahr von Pilz- oder Insektenbefall.“

Auf zwei weitere Aspekt weißt der Forstfachmann auch noch hin: Arbeitsschutz und Ergonomie. „Sicherer und gesundheitsschonender, als mit der Maschine lässt sich Holz nicht ernten. Unter solchen Bedingungen von Hand Bäume zu fällen, ist gefährlich und äußerst anstrengend.“

Einzeln werden die großen Fichten gefällt, um der nächsten Generation von Tannen, Buchen und Fichten Licht zu geben und Platz zum Wachsen zu verschaffen. Entlang des Bachlaufes wird etwas stärker aufgelichtet: hier werden im Frühjahr Schwarzerlen gepflanzt, die günstig für das Gewässer und seine Bewohner sind. In kurzer Zeit wird sich der Wald nach der behutsamen Holzernte wieder schließen und artenreicher dastehen als zuvor.

In den nächsten Tagen werden Waldbesucher zwischen der Höhenklinik und der Hohen Haid um Verständnis gebeten, dass ab und zu Forstfahrzeuge unterwegs sind.