Youtube Instagram Pinterest Flickr Google+
Headerimage

Fritz Bieber hängt Forstdiensthut an den Nagel

Fritz Bieber (Mitte) bei seiner Verschiedung mit den Kollegen (v.l.n.r.) Gerhard Kerscher (Personalrat), Forstbetriebsleiter Thomas Verron, Revierleiter Jürgen Färber und dem stellvertretenden Betriebsleiter Erwin Graf.

Langjähriger Revierleiter geht in Ruhestand

(Wolfsbach 26. September 2016) – Wolfsbach. „Irgendwann hat alles ein Ende, mit etwas Fleiß und Glück eben auch eher!“ Mit diesen Worten verabschiedete der Burglengenfelder Forstbetriebsleiter Thomas Verron anlässlich einer kleinen Feierstunde Revierleiter Fritz Bieber. Dass dies ein Jahr früher als geplant passiert, liegt an Biebers langem Berufsweg. Nach exakt 48 Dienstjahren kann dieser in aller Gelassenheit auf seinen bewilligten Antrag bereits mit seinem 64. Geburtstag in den Ruhestand treten. Die Nachfolge im Revier tritt Jürgen Färber an, der innerhalb des Forstbetriebs vom Revier Kastl-Ensdorf in ein heimatnäheres Revier wechselt. 

Fritz Bieber, ursprünglich aus Floß, bestand nach Abschluss der mittleren Reife die Einstellungsprüfung für den mittleren Forstverwaltungsdienst mit Bravour und begann als Forstpraktikant ab Oktober 1968 im Ausbildungsrevier Illschwang eine zweijährige Lehrzeit in der Waldarbeit mit anschließend einjähriger Forstanwärterzeit in Revier und Bürokanzlei. Daran knüpfte sich die Forstwartausbildung an der Forstschule Lohr, die er im September 1972 abschloss. Bereits nach 10 Jahren wurde er als einer der Prüfungsbesten für den Aufstieg zugelassen. Im Prüfungsjahrgang für den gehobenen technischen Forstdienst zusammen mit den ersten Fachhochschulabsolventen gelang dem Praktiker im Oktober1984 ein herausragendes Prüfungsergebnis. Auf dieser Basis schaffte er es letztlich vom ausgebildeten Waldarbeiter bis zum herausgehobenen Revierförstertitel Forstamtsrat, lernte die praktische Revierleiterarbeit von der Pieke auf über alle Tätigkeitsstufen kennen. Berufliche Stationen waren kurze Abstecher in die damaligen Forstämter Partenstein und Landshut, dann eine längere Zeit als Forstbeamter zur besonderen Verwendung am Forstamt Amberg. Im Februar 1985 bekam er in Burglengenfeld seine erste Revierleitung übertragen. Ab Juni 1986 konnte er dann in sein heutiges, damals noch etwas kleineres Revier namens Ensdorf I wechseln.

Fritz Bieber hatte das seltene Glück, sein überwiegendes Försterleben in einer geliebten Dienststelle zu verbringen. Gut 30 Jahre leitete er das Staatswaldrevier Wolfsbach im nördlichen Hirschwald, zunächst im ehemaligen Forstamt Amberg, ab 2005 im Unternehmen Bayerische Staatsforsten. Kein Wunder, dass sich dadurch starke Spuren seines Arbeitslebens in den Wäldern des Reviers wiederfinden. Engagiert in Waldbau und auf allen forstpraktischen Feldern gestaltete er den heutigen Naturparkraum am östlichen Jurarrand mit. Dabei hatte es ihm besonders der Waldumbau mit flächig fehlenden Baumarten wie der Tanne, Buche, Eiche und Edellaubhölzern in möglichst natürlicher Verjüngung angetan. Sein Grundanliegen war deswegen immer ein regulierter Wildstand. Als Praktiker von der Pieke auf machte ihm so schnell niemand etwas vor. Dazu gesellte sich eine steigende Leidenschaft für die EDV-technische Umsetzung seines Tun und Handelns. Als deshalb in Sonderfunktion installierter DV-Beauftragter und Berater für die Förstergilde begleitete er viele Kollegen durch die permanenten Neuerungen in den Betriebssystemen und half bei deren Entwicklung mit.

Verron dankte Bieber für seinen immer vorbildlichen Einsatz, das enorme Arbeitspensum in den langen Jahren, vor allem aber für die Hilfsbereitschaft und kollegiale Unterstützung und den immer korrekten und problemlosen Umgang untereinander. Gerade seit Unternehmensgründung sind die Anforderungen an die Revierführung stetig gestiegen, wollte man mit den organisatorischen Änderungen oder mit den Neuerungen der EDV Schritt halten. Hier erwies sich Biebers Leidenschaft auch für das eigene Forstbetriebsteam als Glücksfall. Für Bieber gab es zum Abschied eine von den betrieblichen Lehrlingen handgefertigte Eichenholzbank, auf der er sich jetzt lange an sein nachhaltiges berufliches Wirken erinnern soll. Alle aus dem Forstbetrieb Burglengenfeld wünschten bei der Überreichung der Ruhestandsurkunde noch viele glückliche und vor allem gesunde Jahre im neuen Lebensabschnitt. Den jetzt zeitlichen Freiraum solle er mit einer überreichten gut gefüllten Reisekasse nutzen. Vom Forstbetriebsteam angedacht ist eine Reiseroute durch das „forstliche Mekka“ der Masuren in Nordostpolen, einem noch recht ursprünglichen Naturraum. Zwischen den Reisen hoffe man auf nicht nachlassende jagdliche Unterstützung. Fritz Bieber verabschiedete sich mit einem feinen Mittagessen als Dank an alle Mitstreiter der vielen Berufsjahre.

Nachfolger Jürgen Färber wird Dienstsitz, telefonische Erreichbarkeit und Sprechzeiten des Reviers Wolfsbach wie gewohnt übernehmen. Er ist ab 1. Oktober der neue Ansprechpartner für alle Belange, die das Revier Wolfsbach betreffen. Verron wünscht auch ihm viel Glück und Erfolg auf seiner fünften forstlichen Station. Vor der Forstreform leitete er nach einer dreijährigen Vertretungszeit im damaligen Forstamt Treuchtlingen vier Jahre lang das Staatswaldrevier Sulzbach im damaligen Forstamt Sulzbach-Rosenberg, danach wirkte er Spezialist für Bewertungen von Waldan- und verkäufen in der Unternehmenszentrale in Regensburg, bevor er vor gut vier Jahren die Leitung des Reviers Kastl-Ensdorf übernahm. Dort tritt mit Alexander Krause aus dem Raum Neumarkt kommend ein junger Nachwuchsmann sein Erbe an. Dieser kennt aus seiner Forstanwärterzeit im hiesigen Forstbetrieb bereits die organisatorischen Abläufe und sein kollegiales Umfeld. Sicherlich wird er auch in seinem ersten Verantwortungsbereich schnell Fuß fassen.