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Forst- und Domänenamt - was hat es damit auf sich?

Coburg, 10. Juli 2017 - Bei den Bayerischen Staatsforsten gibt es einen Forstbetrieb, der in der offiziellen Anrede in Klammern „Forst- und Domänenamt“ vermerkt hat. Was hat es nun auf sich mit dieser einmaligen Ergänzung?

1921 gingen mit dem Verzicht auf den Status eines Freistaates viele Vermögenswerte des Coburger Staates auf den Freistaat Bayern über. In §7 des Staatsvertrages von 1921 ist vermerkt, dass die Wälder und Ländereien sowie zahlreiche Immobilien (Häuser, Farmen, Türme) durch eine oder mehrere Forstbehörden zu verwalten sind. Viele andere Liegenschaften, wie die Veste, die Ehrenburg oder das Landestheater gingen an Behörden wie das StM für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat (Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlößer, Gärten und Seen) oder das StM für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst. Aus der Vermögensmasse des Forstes wurden zwischenzeitlich Liegenschaften veräußert, die sich nunmehr im Besitz von Kommunen befinden.

Die ehemaligen Domänen Oeslau und Sonnefeld sind vorbildlich saniert und zeugen von der ehemals stolzen und prachtvollen Zeit. Die ehemalige Domäne Neershof (Gebäude) wurde 1955 an privat veräußert, die landwirtschaftlichen Flächen verblieben beim Forst. Die dazugehörige denkmalgeschützte Gärtnerei verblieb ebenfalls im Eigentum des Forst und beherbergte heute die Greifvogelstation des Landesbund für Vogelschutz Artikel. Die Domäne Oettingshausen ist untergegangen, die Felder sind noch im Besitz des Forstes. Nach Recherchen gab es zur damaligen Zeit 12 Domänen – also große landwirtschaftliche Güter- im Coburger Land. Heute gibt es noch drei, nach englischem Vorbild erbaute Musterfarmen im Coburger Land, wovon zwei, der Schweighof bei Bad Rodach und die Ernstfarm bei Weidach sich im Besitz der Bayerischen Staatsforsten befinden.

Neben diesen landwirtschaftlichen Gütern erbte der Forstbereich auch noch den Prinzregententurm am Muppberg, zahlreiche Gebäude, auch das denkmalgeschützte Gebäude am Glockenberg 7 in Coburg – Sitz des Forstbetriebes Coburg (Forst- und Domänenamt).

Ein weiteres Erbe aus der Herrschaftszeit wurde aus Kostengründen versucht zu beseitigen: die Ruine Lauterburg. Um Kosten für die Verkehrssicherung zu sparen, wurde diese in den 60iger Jahren gesprengt ! 1985 kaufte die Stadt Rödental Mauerreste inkl. Kellern und sanierte die Katakomben der Burg für Veranstaltungen. Heute ist der Kellerraum ein beliebtes Überwinterungsquartier für Fledermäuse.

Selbstverständlich ist das Hauptaufgabengebiet des Forstbetriebes der Wald. Neben den ca. 1100 ha landwirtschaftlichen Flächen mit den Gebäuden bewirtschaften die Staatsforsten noch zahlreiche Fischgewässer (wie z. B. den Häslichgrund ) und betreuen naturschutzfachlich relevante und wertvolle Flächen auf aufgelassenen Tongruben und Steinbrüchen sowie sonstigen Freilandflächen. Ca. 7500 ha Wald befinden sich in der Obhut der Bayerischen Staatsforsten. Betreut werden diese durch vier sehr mit der Region verbundene Revierleiter. Diese sind ständiger Ansprechpartner für die örtliche Bevölkerung aber auch Anlaufstation bei Wünschen und Anregungen.

Der Forstbetrieb Coburg ist bemüht durch ein vorbildliches Wegenetz den Zugang zum Wald für die zahlreichen Nutzer optimal zu gestalten. Ob Spaziergänger, Jogger, Walker oder Mountainbiker, jeder ist herzlich in den Domänenwäldern willkommen- und wer es sich vorstellen kann, sieht ab und zu den Prinzregenten Eduard im Vierspänner durch den Wald fahren!

Genießen Sie die Waldungen des einmaligen Forst- und Domänenamtes!