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Förster aus Litauen zu Gast

Die Förster aus Litauen informierten sich über die Forsteinrichtung bei den Bayerischen Staatsforsten

Austausch über Forsteinrichtung

Keine Kosten und Mühen scheute eine 15 köpfige Delegation aus Litauen, um sich am 13. und 14. September 2016 bei den Bayerischen Staatsforsten über das hiesige Inventur- und Forsteinrichtungsverfahren zu informieren. Über 1.300 km einfache Anfahrt hatten die Kollegen des „Valstybinis miskotvarkos institutas“ in Kaunas zu bewältigen, bevor sie vom Teilbereichsleiter der Forsteinrichtung Nord Alexander Schnell und Inventurleiter Bruno Schwab am Forstbetrieb Ebrach in Empfang genommen werden konnten.

Der zweitägige Aufenthalt begann für die Gäste aus dem hohen Norden mit der Vorstellung des Inventurverfahrens der BaySF in der Theorie und setzte sich mit der Vorführung an einem konkreten Aufnahmepunkt im Wald fort. Die Fachleute zeigten großes Interesse an der permanenten Wiederholungsinventur, die im bayerischen Staatswald schon eine lange Tradition aufweist. Auch in Litauen bestehen konkrete Überlegungen dieses Verfahren flächendeckend einzuführen, bietet es doch die Möglichkeit zuverlässige Daten zu Zuwachs, Vorratsänderung und Mortalität im Wald zu ermitteln. Natürlich durfte zum Abschluss des Tages ein Besuch des neu errichteten Baumwipfelpfades nicht fehlen, der die Kollegen sichtlich beeindruckte.

Am zweiten Tag traf man sich morgens im Forstlichen Bildungszentrum in Buchenbühl. Die Delegation erhielt zur Einstimmung auf den Tag einen Kurzvortag über die Geschichte des  Nürnberger Reichswaldes. Danach stellten Tobias Ringel und Maurice Schwarz den Gästen die bayerische Forsteinrichtung in der Theorie vor. Die vielen Fragen der Kollegen und die daraus entstehenden Diskussionen zu den Fachthemen ließen das große Interesse der litauischen Förster erkennen. Nach dem Mittagessen führte eine Exkursion in den Sebalder Reichswald, wo die FE Nord den Begang und die Probeauszeichnungen als Hiebsatzweiser in der Praxis vorstellte. Bei der Auswahl der Z-Bäume und der zu entnehmenden Bäume halfen die Kollegen aus dem Baltikum eifrig mit. Zur Multifunktionalität der Forstwirtschaft in Bayern wurde der Waldgolfplatz und der Irrhain im Sebalder Reichswald besichtigt. Der Irrhain ist mit seinen bis zu 300-jährigen Eichen nicht nur für die Erholung der Menschen von großer Bedeutung, sondern zeigt auch einen Ausschnitt des ursprünglichen Zustandes des Reichswaldes und stellt damit eine naturschutzfachliche Besonderheit dar. Am Nachmittag löste sich die gesellige Runde nach dem Kaffee trinken auf und die litauischen Fachleute traten die nächste Etappe ihrer Reise an.