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Die Zahl des Tages: 39

Nicht nur für die Artenvielfalt sind Eichenwälder sehr wertvoll: Auch optisch stellen Eichenwälder ein echtes Highlight im Spessart dar!

Mindestens 39 Zikadenarten kommen an der Eiche vor

Rothenbuch 17.11.2016 – Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, welche große Rolle die heimische Eiche für die Artenvielfalt spielt. Natürlicherweise wäre die Eiche im Spessart nur auf 2% der Fläche vertreten. „Tatsächlich liegt ihr Anteil im Forstbetrieb Rothenbuch aktuell bei 25% – und das ist auch gut so!“, freut sich Rothenbuch´s Forstbetriebsleiter Jann Oetting.

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge können mindestens 39 Zikadenarten an der Eiche vorkommen. Zikaden sind Insekten, die vom nährstoffreichen Pflanzensaft leben, der durch den Baumstamm fließt. Mit ihrem Saugrüssel können sie, quasi wie per Strohhalm, den zuckerreichen Saft extrahieren. Interessanterweise kommen 12 Zikadenarten sogar ausschließlich an der Eiche vor. Dahingegen sind es an der Buche nur fünf Arten. Von diesen fünf Arten ist keine ausschließlich auf die Buche spezialisiert.

Dies hängt damit zusammen, dass es die Buche erst deutlich kürzer als die Eiche in Mitteleuropa gibt: Die Eiche kommt hier schon seit der so genannten „Eichenzeit“ vor, die vor ca. 7.000 Jahren begann und ca. 5.000 Jahre dauerte.

Bei heutigen Klimabedingungen wäre ein Großteil des Spessarts natürlicherweise Buchenwald, in dem es nur 2 – 3 % Eiche gäbe. Weil der Mensch den Wald aber schon hunderte Jahre als Kulturlandschaft nutzt, liegt ihr Anteil im Forstbetrieb Rothenbuch aktuell bei 25%. Würde der Mensch ab sofort nicht mehr eingreifen, würde sich die konkurrenzstärkere Buche durchsetzen und die Eiche verschwinden.

An lichtliebenden Arten wie zum Beispiel der Eiche hängt jedoch ein Großteil unserer heimischen Artenvielfalt. Diese Baumarten kommen von Natur aus aber vor allem auf Sonderstandorten vor und die Bäume sind eher konkurrenzschwächer. „Das zeigt die Bedeutung der Eichenpflege der Försterinnen und Förster: So kann nicht nur ein hochwertiger Rohstoff gewonnen werden - die Förderung von lichtliebenden Arten ist ein Beitrag zur Artenvielfalt und der Biodiversität in unseren Wäldern!“ fasst Forstbetriebsleiter Oetting zusammen.