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Die Esskastanie im Forstbetrieb Sonthofen – Baum des Jahres und Klimaerwärmung

Die Blätter einer Esskastanie (Foto: Jörg Tarne BaySF)

11. Mai 2018, Sonthofen – „In Zeiten der Klimaerwärmung haben wir den Auftrag, unsere Wälder fit für die Zukunft zu gestalten. Hierzu können auch Baumarten beitragen, die ihre ursprüngliche Verbreitung in wärmeren Gegenden haben“, erklärt Förster Jörg Tarne, der die Staatswälder von Oberstaufen bis zum Bodensee bewirtschaftet.

Die Esskastanie kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und braucht ausreichend warme Standorte. Deshalb ist sie im Forstbetrieb Sonthofen, der hauptsächlich durch Gebirgslagen geprägt ist, derzeit nur im Bereich Lindau zu finden. Dort kommt diese Baumart an drei Stellen vor. Die Bestände sind alle durch Pflanzung entstanden und wachsen gut bis sehr gut.  

Die ersten Bäume wurden schon durch die Römer über die Alpen gebracht und kultiviert. Die Römer hatten es insbesondere auf die Früchte der Esskastanie abgesehen, die auf veredelten Bäumen besonders groß werden. Auf den Waldbäumen bleiben die „Maronis“ kleiner und sind nicht so schmackhaft. Dafür setzt die Forstwirtschaft auf die Nutzung des Holzes. Dieses Holz wird wegen seiner Dauerhaftigkeit unter anderem auch in der Schutzwaldsanierung für Verbauungen gegen Gleitschnee eingesetzt. Vor allem in Italien und Frankreich werden daraus auch Böden, Dachstühle oder Möbel aus dem sehr schönen Holz hergestellt, das in seinen Eigenschaften der Eiche sehr ähnelt.  

Sonthofens Forstbetriebsleiter Jann Oetting berichtet: „Um die Eignung der Esskastanie für unseren Wald der Zukunft beurteilen zu können, wurden in den letzten Jahren unsere Esskastanien im Staatswald im Lindauer Umland von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft beprobt. Wir sind auf die Ergebnisse gespannt. Eine vielseitig verwendbare und kulturhistorisch und forstlich sehr spannende Baumart ist die Esskastanie, die auch Baum des Jahres 2018 ist, auf jeden Fall“.