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50.000 Arnika-Samen für den Frankenwald

Biotop der Bayerischen Staatsforsten als Spenderfläche  

(28.06.2018) Nordhalben/Bad Steben – In enger Zusammenarbeit haben die Bayerischen Staatsforsten und der Landschaftspflegeverband Hof bei Bad Steben 50.000 Samen der seltenen und streng geschützten Arnika auf einer Fläche im Staatswald gesammelt. Damit sollen kleine Restbestände dieser sehr seltenen, wunderschönen Blume an anderen Stellen im Frankenwald erhalten und durch die Saat der Samen vergrößert werden. Forstbetriebsleiter Fritz Maier, Regina Saller vom Landschaftspflegeverband und Revierleiter Walter Odorfer haben die bisher sehr erfolgreichen Maßnahmen zum Erhalt der Arnika im Staatswald des Forstbetriebs Nordhalben begutachtet und eigenhändig die Samen gesammelt.  

Die Echte Arnika (Arnika montana) ist eine aromatisch duftende, von Juni bis Juli gelb blühende Heilpflanze. In Deutschland gilt die Art als besonders gefährdet und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten, sie ist eine Verantwortungsart mit deutschlandweiter Bedeutung. Ein kleines Restvorkommen an einem Maschinenweg in der Nähe von Bad Steben hat vor einigen Jahren Dietmar Friedrich von den Bayerischen Staatsforsten in seinem Revier entdeckt. In den Jahren 2005 und 2006 wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof auf dem angrenzenden Bereich die Bäume entnommen, damit die sonnenhungrige Art mehr Licht erhält. 2014 wurde der mittlerweile wieder stark bewachsene Oberboden abgetragen und ein Rohbodenbereich für die Ansamung der Arnika-Pflanzen geschaffen. Seitdem wird die Fläche einmal jährlich gemäht, vorhandene Lupinen werden ausgestochen. Diese Pflegemaßnahmen, die durch das Bayerische Landschaftspflegeprogramm gefördert werden, haben zu einer deutlichen Ausbreitung der Arnikapflanzen geführt.  

Seit Mai 2018 führt der Landschaftspflegeverband Hof das Bayerische Biodiversitätsprojekt „Arnika & Co. – das Wiesenprojekt im Frankenwald“ durch. Eine der Aufgaben dieses Projektes ist es, die noch vorhanden Arnikastandorte im Bereich des Frankenwaldes zu erfassen, zu bewerten und gegebenenfalls zu vermehren. Mit einer Sondergenehmigung der Regierung von Oberfranken wurden jetzt ein Teil der bereits abgeblühten Fruchtstände vorsichtig geerntet. So konnten rd. 50.000 Samen der geschützten Arnika im Staatswald gewonnen werden. Forstbetriebsleiter Fritz Maier und Revierleiter Walter Odorfer von den Bayerischen Staatsforsten waren beim Sammeln selber aktiv. „Es ist eine Freude zu sehen und selbst zu erleben, dass die Naturschutzmaßnahmen durch unseren Partner, den Landschaftspflegeverband Hof, so erfolgreich waren. Jetzt können von hier aus Samen an gefährdete Arnika-Standorte im Frankenwald verbracht werden. Das Biotop im Staatswald ist somit Spenderfläche für das Überleben der gefährdeten Arnika“, betonte Fritz Maier.  

Regina Saller, die Projektleiterin des Wiesenprojektes, freute sich über den guten Zustand der Arnikapflanzen und die Vielzahl von Samen. „In unserem Projekt sollen neben der Arnika auch noch die für den Frankenwald bedeutsamen Rote-Liste-Arten Breitblättriges Knabenkraut, Stattliches Knabenkraut, Holunderorchis, Katzenpfötchen, Perückenflockenblume und Bärwurz kartiert und gegebenenfalls vermehrt werden“. Weiterhin wird ein Fotowettbewerb mit dem Titel „Land im Licht“ durchgeführt und das Konzept für ein Wiesenmuseum erarbeitet.  

„Die Optimierung der Arnikafläche im Höllental ist ein gelungenes Beispiel, dass nicht nur das Erarbeiten  der Naturschutzkonzepte in den Bayerischen Staatsforsten wichtig ist, sondern vor allem ihre Umsetzung vor Ort im Wald mit unseren qualifizierten Partnern“ betonte Fritz Maier.  

Forstbetriebsleiter Fritz Maier dankte Regina Saller für Ihren Einsatz zum Erhalt der Arnika und für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landschaftspflegeverband Hof und den Staatsforsten.

Steckbrief Arnika

Botanischer Name: Arnika montana
Deutscher Name: Arnika, Bergwohlverleih, Wolfsblume, Kannesblume
Schutzstatus: Rote Liste 3, Verantwortungsart Deutschlands
Blütezeit: Juni/Juli
Standort: sehr magere, vollsonnige Bereiche, konkurrenzschwach
Heilwirkung: Arnikatinktur wirkt hauptsächlich entzündungshemmend, äußerliche Anwendung bei Prellungen, Verstauchungen, Insektenstichen, Blutergüssen  

Da es sich um eine besonders geschützte Art handelt, ist die Entnahme jeglicher Pflanzenteile (Blüte, Blätter, Samen, Wurzeln) verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden!