Bayerische Staatsforsten mit GIS-Award ausgezeichnet

Die Bayerischen Staatsforsten setzen bei der Forstplanung und Logistik konsequent auf neueste Technologien. Das dafür notwendige Geoinformationssystem, kurz GIS genannt, wird kontinuierlich ausgebaut. Die Leistungen der Bayerischen Staatsforsten auf diesem Gebiet wurden nun mit dem renomierten 'Special Achievement in GIS Award' ausgezeichnet.

Verleihung GIS Award

Preisverleihung in San Diego: Bernhard Müller (links) mit Jack Dangermond

Für Bernhard Müller, den für das Unternehmens-GIS zuständigen Teilbereichsleiter der Bayerischen Staatsforsten, war die Verleihung des GIS-Award eine ganz besondere Auszeichnung. Kein geringerer als Jack Dangermond, GIS-Pionier der ersten Stunde und Präsident und Gründer des Branchenführers ESRI, überreichte ihm im Rahmen der internationalen User Konferenz in San Diego den Preis. „Auf diesen Preis können alle beteiligten Mitarbeiter und das ganze Unternehmen Stolz sein. Er zeigt, dass der eingeschlagene Weg der konsequenten Innovation richtig ist.“

Bernhard Müller weiß genau wovon er redet. Seit drei Jahren betreut er die Entwicklung eines der zentralen IT-Bausteine des Unternehmens. Was bei Gründung der Bayerischen Staatsforsten 2005 als Angebot an einigen wenigen Arbeitsplätzen begann, hat sich zu einem unternehmensweiten IT-Baustein entwickelt. Mittlerweile hat jeder Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten Zugriff auf das umfangreiche Datenmaterial.

Die Anwendungsprozesse haben sich in diesen drei Jahren sehr verändert und werden auch in Zukunft einer beständigen Anpassung an neue Erfordernisse unterworfen sein. Das Waldunternehmen hat das Unternehmens-GIS bisher vor allem dazu eingesetzt, digitale Karten der etwa 720.000 Hektar Staatswald zu erstellen und für seine Mitarbeiter bereit zu stellen. In Zukunft sollen mit dem System alle Geschäftsprozesse mit Raumbezug unterstützt werden. Für die Nutzer wird es dann beispielsweise möglich sein, Holzpolter mit Hilfe eines mobilen Datenerfassungsgeräts schnell zu verorten und im selben Arbeitsprozess Abfuhrkarten zu erstellen. „Bei jährlich etwa fünf Millionen Festmeter Holzeinschlag ist das eine enorme Arbeitserleichterung für alle Beteiligten“, erklärt Bernhard Müller. „Darüber hinaus stellen wir Schnittpunkte zu anderen Softwaremodulen wie zum Beispiel der Buchhaltung her.“ Die dafür notwendigen Softwaremodule kommen von der Firma ESRI und werden den speziellen Bedürfnissen der Bayerischen Staatsforsten angepasst.

Der Special Achievement in GIS Award wird jährlich von der Firma ESRI verliehen. Das Unternehmen ist Marktführer im Bereich GIS-Software und hat allein in den USA über 6000 Kunden aus der Fortwirtschaft. Innerhalb der GIS-Branche gilt der Preis als höchste Auszeichnung.



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Kommentare

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Bodo Thiel
20.02.2009 - 14:49 Uhr

Wer hat's erfunden ?
Seit zehn Jahren entwicken mehrer Bundesländer eine Web-Basierte Forstinformationsplattform. Da hat Bayern noch in seinem Sicad Tiefschlaf gelegen.

Ferdinand Knittel
16.02.2009 - 21:58 Uhr

Seit rund 10 Jahren biete ich mit meinem beauftragten GIS-Büro Forsteinrichtungen im Körperschaftswald mit arc-reader einem kostenlosen GIS-Programm von ESRI an. Leider mußte ich immer die Kosten für die Digitalisierung mit der betroffenen Körperschaft abwickeln. Bis vor kurzem hat sich die FV geweigert die Kosten mitzutragen. Dabei wäre es wie beschrieben, ein sehr nützliches und gutes Tool mit speziellen Zusatzfunktionen (z.B. Aufruf der Bestandesbeschreibung mit Klick auf den Bestand auf der Karte). Man hat mich immer damit vertröstet, daß man ja warten müsse bis die Verwaltung Ihr eigenes Programm zur Verfügung hätte. Ha! Es gibt gar keines! Jedenfalls im Körperschaftswald. Dieser Bereich läuft noch immer nach dem Eisenhower-Prinzip. Obwohl er eigentlich noch der einzige ist, der geblieben ist.