Schutzprojekt für Fledermäuse

Die Bayerischen Staatsforsten haben in Kooperation mit dem Landratsamt Ebersberg und dem Amt für Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg ein Artenschutzprojekt ins Leben gerufen.

Junge Bechsteinfledermäuse

Junge Bechsteinfledermäuse im "Brutkasten"

Sie tragen so nette Bezeichnungen wie Braunes Langohr, Fransenfledermaus, Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr oder Großer Abendsegler. Allen gemeinsam ist der hervorragende Orientierungssinn mittels Ultraschall, eine ebenso komplizierte wie effektive Art der Orientierung. Die verschiedenen Namen illustrieren aber auch die bestehende Vielfalt unter den neunhundert zum Teil sehr unterschiedlichen Fledermausarten, die es weltweit gibt. Starke Anpassung an die jeweiligen natürlichen Gegebenheiten heißt immer auch unterschiedliche Lebensbedingungen. Um Überleben zu können, müssen für jede dieser Arten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Wenn diese Voraussetzungen fehlen, ist es am Menschen, sie zu schaffen.

Im Ebersberger Forst östlich von München hat sich nun ein Aktionsbündnis mit Vorbildcharakter gebildet. Zum Schutz der dort heimischen Fledermäuse haben sich die Bayerischen Staatsforsten, das Landratsamt Ebersberg und das Amt für Landwirtschaft und Forsten zu einem Kooperationsbündnis zusammengeschlossen. Das Ziel ist sehr ambitioniert: Tausend  Fledermauskästen sollen in den nächsten Wochen im Ebersberger Forst aufgehängt werden. Nicht weniger als zwölf verschiedene Kastentypen, angepasst an die verschienenen Unterarten, werden an sorgfältig ausgewählten Bäumen angebracht. Dr. Heinz Utschig von den Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Wasserburg, ist von der Maßnahme begeistert: „Die Kästen sind nur ein erster Schritt, um die Zukunft der Fledermäuse im Ebersberger Forst zu sichern. Langfristig geschieht das durch den Erhalt von Totholz, Höhlen- und Biotopbäumen.“

Unter Anleitung von Dr. Andreas Zahn von der Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Südbayern und mit wissenschaftlicher Unterstützung Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising haben freiwillige Helfer bereits begonnen, die ersten Kästen an den Bäumen anzubringen. Max Finster vom Landratsamt Ebersberg ist vom ehrenamtlichen Engagement angetan: „Ich freue mich besonders, dass sich die Naturschutzwacht des Landratsamtes und die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst genauso beteiligen wie der Bund Naturschutz und viele Privatpersonen.“

Die Fledermauskästen dienen sowohl als Schlafquartiere im Sommer, als auch als sogenannte „Wochenstuben“ zur Aufzucht der Jungen. Vereinzelt werden die Kästen von den Fledermäusen sogar als Winterquartiere genutzt. Die Bechstein-Fledermaus hat hier ihr einziges Sommerquartier mit Fortpflanzungsnachweis im südlichen Oberbayern.



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