Pflanzen für den Zukunftswald
In Bindlach nördlich von Bayreuth werden pro Jahr über eine Million junge Waldbäume nachgezogen.

In Pflanzgartenstützpunkt in Bindlach ziehen die Bayerischen Staatsforsten jährlich über eine Million Bäume
Der dortige Pflanzgartenstützpunkt der Bayerischen Staatsforsten ist ein hoch technisierter Betrieb und beliefert überwiegend die umliegenden eigenen Forstbetriebe mit Jungpflanzen. Nun können die Bayerischen Staatsforsten dort einen neuen Stützpunktleiter begrüßen. Der 37-jährige Diplom-Forstingenieur Andreas Büchner hat am 1. März die Leitung übernommen und wird die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortführen.
Die ideale Form der Waldverjüngung ist der natürliche Weg. Samen der Altbäume entwickeln sich ohne direkten menschlichen Eingriff zu Jungpflanzen, die dann im Halbschatten des Altbestandes zur nächsten Baumgeneration heranwachsen. Diese Art des Waldbaus ist nicht immer möglich, sie ist auch nicht immer gewollt. Wenn man – wie die Bayerischen Staatsforsten – gezielt Waldumbau betreibt, also Monokulturen in artenreiche Laubholzbestände überführen will, braucht man auch Setzlinge.
„Wir legen großen Wert auf die gesicherte genetische Herkunft unserer Pflanzen“, sagt der neue Stützpunktleiter Andreas Büchner. „Mit der Produktionsphilosophie ’Alles aus einer Hand, vom Saatgut bis zur ausgelieferten Pflanze’, nach der auch mein Vorgänger Ottmar Ruppert im Betrieb gearbeitet hat, können wir sicher stellen, dass die ausgebrachten Pflanzen unseren Qualitätsansprüchen genügen“, erklärt Büchner. Der Forst-Fachmann weiß wovon er redet: Pflanzen mit falscher genetischer Ausstattung oder Herkunft können den Waldbau in einzelnen Gebieten um Jahrzehnte zurückwerfen. Neben dem wirtschaftlichen Schaden leidet auch die Natur. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel ist es wichtig, kräftige und anpassungsfähige Pflanzen auszubringen, die mit den zu erwartenden Klimaextremen in fünfzig oder achtzig Jahren zurecht kommen. Mit der Nachzucht von Baumarten wie Buche oder Weißtanne werden die bisher dominierenden Fichtenwälder in zukunftsfähige Mischwälder umgebaut
Neben dem nötigen wissenschaftlichen Know-How und viel Erfahrung braucht man moderne Technik. Die Bayerischen Staatsforsten haben daher in den letzten Jahren gezielt in ihre Pflanzgartenstützpunkte Laufen und Bindlach investiert. Die Produktion junger Waldbäume konnte allein in Bindlach auf über eine Million Pflanzen pro Jahr gesteigert werden und eine moderne Anlage zur Produktion von Kleinballenpflanzen für die Belieferung der umliegenden Forstbetriebe etabliert werden.
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Kommentare
Bayerische Staatsforsten, Teilbereich Jagd
23.03.2009 - 10:05 Uhr
Gemäß Bayerischem Waldgesetz sowie Staatsforstengesetz ist für die BaySF die Einhaltung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ gesetzlich vorgeschrieben. Die BaySF haben insbesondere standortgemäße, gesunde, leistungsfähige und stabile Wälder zu erhalten oder zu schaffen. Hierzu soll die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten durch eine auf einen artenreichen und gesunden Wildbestand ausgerichtete Bejagung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglicht werden. Dort, wo wichtige Mischbaumarten im Altbestand fehlen oder die Wildbestände noch nicht angepasst sind, muss entsprechend gepflanzt und ggf. diese Investition in die Zukunft ausnahmsweise auch einmal durch Verbissschutzmaßnahmen gesichert werden.
Thomas Enzner
10.03.2009 - 14:27 Uhr
Hoffentlich nicht als Schalenwildfutter!