Naturschutz im Steigerwald
Im Rahmen eines Naturschutzprojekts wurde ein Brutmeiler für den bedrohten Hirschkäfer gebaut.

Geschafft: Der von den Freiwilligen gebaute Hirschkäfermeiler dient dem Artenschutz und Naturschutz im Steigerwald
Die Bayerischen Staatsforsten haben in enger Zusammenarbeit mit dem ASV Viktoria Bamberg und der Initiative für Artenschutz im Steigerwald ein Projekt zum Schutz des seltenen Hirschkäfers gestartet. In der Nähe von Neuhaus wurde ein sogenannter Hischkäfermeiler gebaut, also eine Brutstätte, in der Hirschkäferweibchen ihre Larven ablegen können.
Vor allem die Umwandlung von Laubwäldern in schnellwüchsige Nadelforste im vergangenen Jahrhundert hat auch im Steigerwald dem Hirschkäfer einen Großteil seines natürlichen Lebensraumes geraubt. Für sein Überleben braucht der Hirschkäfer reiche Mischwälder mit einer gewissen Menge an Totholz. Denn die Weibchen legen ihre Eier unterirdisch an alten Wurzelstöcken oder morschen Bäumen ab.
Genau diese Tatsache macht man sich nun beim aktuellen Projekt für den Naturschutz im Steigerwald zunutze. Der angelegte Brutmeiler besteht aus bis in Kniehöhe in den Boden gerammten Eichenstämmen. Die Hirschkäferweibchen finden, vermutlich über den Geruchsinn, das modernde Eichenholz und legen dort ihre Eier ab. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Larven von dem durch Pilzbefall morschen Eichenholz. Ulrich Mergner, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Ebrach, beschreibt die mittelfristige Planung so: „Wir werden erst in einigen Jahren wissen, ob das Natur- und Artenschutzprojekt von Erfolg gekrönt ist. Es wäre jedenfalls ein schöner Erfolg, wenn wir dem Hirschkäfer hier im Steigerwald beim Überleben helfen könnten“.
Die Bayerischen Staatsforsten wollen langfristig dazu beitragen, dass der Hirschkäfer auch im Steigerwald wieder Bedingungen vorfindet, die ihm ein natürliches Überleben ermöglicht. Der Umbau von reinen Nadelwäldern in Mischwälder ist dazu ein wichtiger Beitrag. „Das Totholzkonzept der Bayerischen Staatsforsten ist eine gute Grundlage im Bereich Wald- und Naturschutz, die auch dem Hirschkäfer helfen kann. Wo es hilfreich ist, werden wir Astholz im Wald belassen und auch Windwürfe nicht aufarbeiten“, erklärt Mergner die geplanten Naturschutzmaßnahmen.
Die Bestände des Hirschkäfers haben nicht nur im Steigerwald, sondern in großen Teilen Deutschlands und Europas stark abgenommen. In der Roten Liste Deutschlands wird er als „stark gefährdet“ eingestuft. Umso wichtiger sind Projekte im Bereich Naturschutz im Steigerwald.
Der Hirschkäfer ist der größte Käfer Europas. Mit bis zu acht Zentimetern Länge kann das Männchen etwa doppelt so groß werden wie das Weibchen. Einen Großteil seines Lebens verbringen die Tiere als Larven im Erdreich. Das charakteristische Geweih des Männchens dient nicht als Beiß- oder Kauwerkzeug. Der Hirschkäfer leckt mit diesen sogenannten Mandibeln Pflanzensäfte und setzt sie bei Paarungskämpfen ein, um das konkurrierende Männchen auf den Rücken zu werden oder vom Ast zu hebeln.
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