Neue Käferart im Altmühltal entdeckt
Im Rahmen eines Artenschutzprogramms im Altmühltal konnte eine Laufkäferart erstmals in Deutschland nachgewiesen werden.

Die warmen und trockenen Jura-Felsen mit ihren Trocken- und Magerrasen sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen.
Er hört auf den eingängigen Namen Trechus nigrinus und stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Einen deutschen Namen hat er noch nicht. Bis vor kurzem war nicht einmal bekannt, dass er im Altmühltal einen geeigneten Lebensraum gefunden hat. Erst kürzlich wurde im Rahmen eines Artenschutzprogramms entdeckt, dass sich der Immigrant auf den felsigen Hängen des Altmühltals offensichtlich sehr wohl fühlt. Unverbuschte Hänge und typische Magerrasenvegetation scheinen seiner Vorstellung von einem perfekten Lebensraum sehr nahe zu kommen. Jedenfalls wurde die Käferart im Altmühltal erstmals in Deutschland nachgewiesen.
Die Kartierung der warmen und trockenen Felsstandorte ist Teil des Felsprojekts JURA. Dieses hat zum Ziel, die jahrhunderte alten Trocken- und Magerrasen des Altmühltals und seiner Nebentäler zu erhalten. Dort sind nämlich eine Reihe von Rote-Liste-Arten heimisch, unter anderem die Küchenschelle, der Wanderfalke, der Apollofalter und einige andere. „Früher sind regelmässig Wanderschäfer über die Jurahänge gezogen. Die Beweidung hat verhindert, dass die Hänge zugewachsen sind“, erklärt Ernst Geyer vom Forstbetrieb Kipfenberg der Bayerischen Staatsforsten. Mit dem Rückgang der Beweidung waren durch die aufkommende Vegetation eine Reihe von Arten an den Jurahängen gefährdet. Aus diesem Grund haben die Bayerischen Staatsforsten in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz in den letzten Jahren die ökologisch wertvollen Felsformationen von Bewuchs freigelegt und somit den Lebensraum für diese gefährdeten Arten gesichert. Teil des Projekts war eine Kartierung der dort lebenden Arten. Unter den 17 nachgewiesenen Laufkäferarten sind sechs auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Einer davon ist Trichus cf. Nigrinus, der eher zufällig entdeckt wurde. „Das zeigt einmal mehr, wie wichtig professionell durchgeführte Kartierungen sind. Nur so lässt sich feststellen, ob die ergriffenen Maßnahmen zielführend sind. Wenn dann auch noch ein Erstnachweis für eine neue Art gelingt, ist das umso schöner“, sagt Ernst Geyer.
Das Felsprojekt JURA ist auf mehrere Jahre angelegt. Weitere Felspartien im Bereich des Forstbetriebs Kipfenberg der Bayerischen Staatsforsten werden erst noch untersucht. Eventuell gibt es auch dann noch die eine oder andere Überraschung. „Sicher ist aber jetzt schon, dass die vorbildliche Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsforsten mit dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz den Lebensraum für viele Arten im Altmühltal sichert.“
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