Eine Amerikanerin wird salonfähig - Die Douglasie in Bayern

Der Klimawandel stellt die mitteleuropäischen Waldbesitzer vor die zentrale Frage: Welcher Baum wird auch in Zukunft den ökologischen und ökonomischen Herausforderungen am besten gerecht?

Stamm einer Douglasie

Die heimische Fichten und Kiefern werden von den Klimaänderungen am stärksten betroffen sein. Sie kommen nur in feucht-kühlen Regionen gut zurecht.

Für den bayerischen Forstminister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten, Josef Miller, liegt die Zukunft der bayerischen Wälder deshalb in einer gesunden Mischung. Neben heimischen Baumarten wie Buche, Eiche und Tanne können künftig auch Bäume aus anderen Regionen der Welt eine größere Rolle spielen. „Es gibt zwar keinen Superbaum, wohl aber risikoarme und ökonomische Alternativen“, sagte der Minister in Freising bei einer Fachtagung zur Douglasie und ihren Perspektiven.

Bei keiner anderen wirtschaftlich genutzten „Gastbaumart“ verfügt Bayern über eine so umfangreiche Anbauerfahrung wie bei der Douglasie. Für den ursprünglich in Nordamerika beheimateten Baum sprechen seine relativ große Hitze- und Trockenheitstoleranz sowie die Stabilität bei Stürmen, seine hohen Wuchsleistungen und sein wertvolles Holz. Im Vergleich zu Fichte oder Tanne wächst die Douglasie auf geeigneten Standorten teilweise doppelt so schnell. Aber es gibt auch Risiken: Je nach Unterart ist sie gegenüber Schädlingen und Pilzen stärker anfällig. Vor dem Anbau ist deshalb neben dem Standort auch die genetische Herkunft der Pflanzen zu beachten.

Insgesamt hält der Aufsichtsratsvorsitzende eine maßvolle Erhöhung des Anteils von derzeit 0,6 Prozent an der Gesamtwaldfläche für vertretbar. In Bayern wird vorwiegend die Grüne Küstendouglasie angebaut. Sie ist deutlich resistenter gegen Pilzbefall als die Graue Douglasie aus dem Inneren Nordwestamerikas.

Besonders wohl fühlt sich die Douglasie jetzt schon auf den basen- und nährstoffarmen Böden Unterfrankens und der Oberpfalz. Sechs Prozent der neuangelegten Anpflanzungen bei den Bayerischen Staatsforsten sind junge Douglasien – stabile Nadelbäume für den Wald von morgen.

(Bild: Tobias Bosch)



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Kommentare

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Hubert Nüßlein
13.03.2008 - 13:34 Uhr

Daß deutlich über 100 Jahre nötig waren,um die Douglasie jetzt als "salonfähig "anzuerkennen,muß wohl an ihrem "Migrationshintergrund"gelegen haben.Diese Baumart erlitt selbst in Zeiten höchster Virulenz der Douglasienschütten keinen bestandsweisen Ausfall.Nachdem Fragen der Rassenwahl,der Astungsnotwendigkeit und der Pflanzzeiten zur Genüge erörtert und geklärt scheinen,sollte man sich m.E.der Form der Verjüngung von größeren reinen Douglasienbeständen zuwenden ,die aus Nachkriegsaufforstungen stammen.Die Intensität und Unverträglichkeit von Dgl-Natürverjüngungen die ab einem Bestandsalter von 50 Jahren ankommen können, je nach Belichtung, zwingen zu einer rechtzeitigen Einbringung einer Mischbaumart.Das kann nach meiner Beobachtung vernünftigerweise nur die Rotbuche sein. Diese sollte in Großgruppen oder besser horstweise so früh als möglich vorangebaut werden um dauerhafte Mischung im Folgebestand zu sichern.
Ich hoffe,daß eine Diskussion um den künftigen waldbaulichen Umgang mit der Amerikanerin ihre Integration auch für richtigerweise traditionsbewußte Forstleute erleichtert.

Hausner Anton
06.03.2008 - 06:11 Uhr

Ich lebe seit bereits 58 Jahren auf der Jurahochebene im Landkreis Weißenburg. Als Revierinhaber bin ich naturgemäß viel im Wald unterweges und habe ständigen und guten Kontakt zu den Waldbauern.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit als auf Schadflächen die durch erste Stürme z.B. Wibke verursacht worden waren, Douglasien gepflanzt wurden. Die Waldbauern erhoften sich eine baldige Schließung dieser Lücken und ein schnelles Wachstum der nicht heimischen Forstpflanzen. Diese Pflanzungen wurden zwangsläufig mit einem Zaun geschützt. Es gibt zwar noch klägliche Reste dieser Douglasien, die mit einem zwischenzeitlich eingefallen Zaun umgeben sind, der größte Teil wurde aber wurde durch die Fichte ersetzt.
Die Douglasien wuchsen zwar schnell heran, wurzelten offensichtlich aber nur oberflächlich an und fielen nach ca.10 Jahren als Jungbäume einfach um. Eine verlorene Zeit für die Nutzung. Ob die Ursache dieses Phänomens mittlerweile erforscht ist, ist mit nicht bekannt. Eines ist jedenfalls sicher, die privaten Waldbauern werden sich für einen Waldumbau mit Douglasie nur schwer überzeugen lassen.
H.T.


sus ste
04.03.2008 - 14:08 Uhr

Gerne wird doch darauf verwiesen, dass der derzeitige "Waldumbau" für kommende Generationen einen artenreichen, gesunden, dem Standort entsprechenden "Zukunftswald" hervorbringen soll.

Warum setzt man dann nicht auf heimische Bäume?
(z.B. Buche die laut http://baysf.de/de/home/unternehmen_wald/aktuelles/detailansicht/article/46/der-wald-von-uebermorgen-2.html
die eigentlich die "vorherrschende Baumart in Bayern" wäre)

Naja es wird wohl mal wieder um Geld gehen, denn schließlich wächst die Douglasie im Vergleich zu Fichte oder Tanne "auf geeigneten Standorten teilweise doppelt so schnell".