Feuchtkalte Witterung bildet Grundlage für erfolgreiche Pflanzsaison – Investitionen von 16 Millionen Euro
Des einen Freud', des anderen Leid: Während die Menschen sich angesichts der nasskalten Witterung in südliche Gefilde wünschen, füllen der schmilzende Schnee und Regen die Wasserspeicher der Waldböden und bilden damit die Grundlage für eine erfolgreiche Pflanzsaison in den bayerischen Staatsforsten. Denn nichts ist gefährlicher für frisch gepflanzte Jungbäume als trockenes und warmes Wetter. Die Wurzeln trockenen schnell aus, wenn die Bodenfeuchtigkeit zu gering ist.
Pflanzzeit ist deshalb immer in feuchten und kühlen Jahreszeiten, also im Herbst und Frühjahr. Im laufenden Geschäftsjahr werden über 2.500 Hektar (ein Hektar = 100m x 100m) zu einem Großteil mit Laubhölzern wie Buche, Ahorn, Esche, Kirsche und Eiche bepflanzt. Insgesamt kommen rund 13 Millionen Pflanzen in den Boden, davon rund zwei Millionen aus den beiden betriebseigenen Pflanzgartenstützpunkten. Die Bayerischen Staatsforsten investieren im laufenden Geschäftsjahr ca. 16 Millionen Euro bei Pflanzmaßnahmen.
Gepflanzt wird vor allem dort, wo geeignete alte Laubbäume wie z.B. die Buche fehlen. Der aktive Waldumbau ist beispielsweise in nicht standortgemäßen Nadelreinbeständen notwendig. Dort führen Laubholzpflanzungen mittelfristig zu stabilen, gemischten und artenreichen Waldbeständen, die besser an die Klimabedingungen von morgen angepasst sind.
Bei der Begründung neuer Wälder im Bayerischen Staatswald spielt die Pflanzung aber nicht die Hauptrolle: Wo immer möglich setzen die Bayerischen Staatsforsten auf das optimale Verfahren der Naturverjüngung, also der natürlichen Ansamen junger Pflanzen unter dem Schirm alter Bäume. Naturverjüngung findet heute bereits auf rund 2/3 der Flächen statt - Tendenz steigend. Voraussetzung sind angepasste, das heißt reduzierte Schalenwildbestände. Die natürlich aufkommenden Jungpflanzen sind meist stabiler, besser verwurzelt und natürlich kostengünstiger als die gekauften und gepflanzten Jungbäume.
(Das Bild zeigt den Forstwirt Kajetan Estner vom Forstbetrieb Schliersee, Bayerische Staatsforsten)
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Kommentare
Eberhard Schosser
05.04.2008 - 08:07 Uhr
Hallo habe in Schöllnach ca1,5ha Wald und vor 2 Jahren als Ergänzung zur Fichte (denn diese sind bis zu einer höhe von 1 bis 4 Meter durch Trockenheit alle dürr geworden) 50 Duoglasien gepflanzt ohne Wildschutz wurden alle verbissen .Jetzt 25 Stück 80cm hoch und einzeln mit Zaun geschützt . Andere Pflanzaktionen mit Buche waren auch nur Rehfutter Äschen Bergahorn wurden verfegt . Warum geht es immer noch nicht Wald vor Wild ,ist der Wald nicht wichtiger .