Von drauß’ vom Walde komm ich her…
Eine kleine Chronik des Weihnachtsbaumes.
Ein Weihnachtsbrauch, der so recht aus unserem Holz geschnitzt ist.
In der Adventszeit ist er allerorts ein gern gesehener Gast: majestätisch und in dunklem Grün gekleidet steht er im Wohnzimmer und versprüht seinen natürlichen Charme. Sein hölzernes Parfüm liegt in der Luft und mischt sich mit dem Aroma von selbstgebackenen Plätzchen, Mandarinen und heißem Punsch. Der Weihnachtsbaum. Die Kinder lieben ihn und hüpfen singend um ihn herum! Doch auch Erwachsene erfreuen sich an ihm und schmücken ihn mit allerlei Glaskugeln, Strohsternen und Kerzen. Am Heiligen Abend schenkt er Platz für die Weihnachtsgaben sowie warmes Licht in den dunklen Stunden.
Dieser Brauch weist eine lange Geschichte auf. Es handelt sich dabei nicht etwa um eine rein christliche Tradition, sondern vielmehr um ein heidnisches Ritual. Schon bei den Germanen wurde das Haus zur Sonnenwende mit immergrünen Pflanzen und Lichtern geschmückt. In den wintergrünen Gewächsen wurden besondere Heilkräfte vermutet und die sollten über die leblose Jahreszeit hinweghelfen. Im mittelalterlichen Deutschland dienten je nach Region Mistel, Buchs, Tanne oder Fichte ferner Eibe, Wacholder oder Stechpalme als Winterzierde. Baumschmuck bekommt er erst in seiner weiteren Geschichte. Den ersten mit Äpfeln verzierten Weihnachtsbaum soll es 1605 in Straßburg gegeben haben. Und 1611 wird berichtet, dass im Schloss der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien der erste mit Kerzen geschmückte Weihnachtsbaum stand.
Von hier aus verbreitete sich dieser Brauch schnell nach Österreich über die Niederlande und in alle Herren Länder. Seine weite Reise über den Ozean trat er mit deutschen Emigranten an. Es war der Havard-Professor Karl Follen, der 1832 den ersten Weihnachtsbaum auf amerikanischen Boden aufstellte. Und im Jahre 1891 brachten Auswanderer einen Baum am Weißen Haus an. Sein weiteres Verbleiben ist bekannt: heute ist er fester Bestandteil des christlichen Weihnachtsfestes. Ein Stern auf seiner Spitze symbolisiert den Stern von Bethlehem, der den Weg zu Jesu Geburt erhellte.
In den Bayerischen Staatsforsten werden jedes Jahr beflissen Weihnachtsbäume gepflanzt und gepflegt. Einige davon gelangen als Spende in soziale Einrichtungen, Kirchen und Kindergärten z.B. im Stadtgebiet München. Andere hingegen haben einen weiteren Weg vor sich. Zurzeit pflegen die Bayerischen Staatsforsten einen ganz besonderen Weihnachtsbaum: den Baum für den Petersplatz in Rom. Denn 2012 bringen die Bayerischen Staatsforsten eine bis zu 30 Meter hohe Tanne direkt in die Vatikanstadt.
Doch nicht nur in Rom werden bayerische Tannen zu bewundern sein. Auch hierzulande können Sie sich solch einen grünen Gast ins Haus einladen. Die Verkaufsstände sind bereits geöffnet. Für Spätentschlossene gibt es aber auch noch kurz vor Weihnachten Christbäume z.B. am Samstag vor dem Fest am Parkplatz Birkensee östlich von Nürnberg.
Wenn auch Sie es sich dann mit Ihrem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum gemütlich machen, dann wünschen wir Ihnen gesegnete Feiertage und ein frohes Weihnachtsfest!
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