Freiwillige Helfer engagieren sich für Mensch und Natur

Gemeinsame Aktion Schutzwald des Deutschen Alpenvereins und der Bayerischen Staatsforsten

Pflanzmaßnahme bei Kreuth im Jahr 2007

21700 Jungpflanzen, neun Kilometer Zugangswege, über hundert freiwillige Helfer: Das ist die beeindruckende Bilanz von insgesamt 16 Aktionswochen, die der Deutsche Alpenverein für 2008 nun vorgestellt hat.

„Wir stellen unser Know-How und unsere Logistik gerne zur Verfügung, wenn es darum geht, die Schutzfunktion des Bergwaldes zu erhalten und zu verbessern“, erklärt Reinhard Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten. Denn gerade der Bergwald in den bayerischen Alpen und in den Hochlagen der Mittelgebirge erfüllt eine wichtige Schutzfunktion: Die Bäume festigen mit ihren Wurzeln den Boden, verhindern auf diese Weise das Abrutschen der Hänge und stoppen herabstürzende Steine und Felsbrocken mit ihrem Unterholz.  Der gemischte Bergwald spielt hierbei eine besondere Rolle: Jede einzelne Baumart bringt ihre eigenen Vorteile mit. In ihrer Gesamtheit bieten Mischwälder bei verhältnismäßig niedrigen Kosten den bestmöglichen Schutz vor Lawinen, Erosionen und Erdrutschen.

Die Freiwilligen aus dem gesamten Bundesgebiet waren in insgesamt 16 Aktionswochen in den Bergen zwischen Berchtesgaden und dem Allgäu unterwegs. Betreut wurden die Helfer von Mitarbeitern der Bayerischen Staatsforsten und von der Forstverwaltung. „Die Grundlage für die Pflanzaktionen waren forstliche Fachplanungen, die für alle Flächen notwendige Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung des Schutzwaldes festlegen“, erklärt der Deutsche Alpenverein in seiner Pressemitteilung. Nachgepflanzt wird allerdings nur auf Flächen, wo sich die Natur zum Beispiel witterungsbedingt nicht selbst verjüngen kann.

Gepflanzt wurden in diesem Jahr sieben verschiedene, für die Bergwälder typische Laub- und Nadelbaumarten. Um die Pflanzungen überhaupt durchführen zu können, setzten die Helfer insgesamt neun Kilometer Steige instand. Das Ziel ist ein Berg-Mischwald, der den klimatischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte gewachsen ist. Die Buche als relativ trockenheitsresistenter Baum ist hier ebenso gefragt wie die Tanne, die aufgrund ihres Wurzelsystems bei Stürmen mehr Standfestigkeit als beispielsweise die Fichte hat.

 



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Konrad Prielmeier (BaySF)
05.11.2008 - 16:00 Uhr

Die Schutzfunktion der Bergwälder hat absolute Priorität. Waldbaumaßnahmen werden nur durchgeführt, wenn es der Wiederherstellung, der Erhaltung oder der Verbesserung dieser Funktion dient. Auch in Schutzwäldern kann es aus unterschiedlichen Gründen notwendig sein, Bäume zu ernten. Diese Gründe können z.B. sein:
1. Entnahme von Bedrängern besonders stabiler Einzelbäume (=Durchforstung), um die Bestandesstabilität zu fördern
2. Entnahme von Altbäumen, um für die aufkommende Verjüngung (= junge Bäume) zu fördern und um die Durchlichtung der Bestände zu verbessern.
3. Gezielte Förderung von waldbaulich gewünschten Laub- oder Nadelholzarten wie z.B. Buche und Tanne.
4. Aufarbeitung von Sturm- und Borkenkäferholz insbesondere der Baumart Fichte, um einen Borkenkäferbefall von bisher noch gesunden Bergwäldern zu verhindern.

Vorname Name
03.11.2008 - 17:39 Uhr

Wenn ich mir auf folgender Seite:
http://baysf.de/de/home/unternehmen_wald/aktuelles/ausschreibungen.html
ansehe, welche Arbeiten ausgeschrieben sind (Holzernte mit Seilharvester), frage zumindest ich mich, was wichtiger ist: Gewinne oder die Schutzfunktion des Bergwaldes?

Warum überlässt man nicht wenigstens an steilen Hängen (im Gebirge) den Wald sich selbst?