Rothensteiner Rain: Urwald von morgen
Das Naturwaldreservat Rothensteiner Rain wird von neun auf insgesamt 20 Hektar vergrößert, seine Fläche ist damit künftig doppelt so groß. Wie Forstminister Josef Miller in dem bei Bad Grönenbach gelegenen Reservat bekannt gab, werden zusätzliche elf Hektar Wald der Bayerischen Staatsforsten ab sofort nicht mehr bewirtschaftet.
Außer der Borkenkäferbekämpfung bleibt der Wald der natürlichen Entwicklung überlassen. „Der Rothensteiner Rain ist ein wahres Juwel der Natur“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzender der BaySF Miller. In den bunt gemischten Laubwäldern gibt es beispielsweise den seltenen Frauenschuh und den größten heimischen Nachtgreifvogel, den Uhu. Viele seltene Pilze und Käfer, die auf starke Bäume und einen ausreichenden Vorrat an totem Holz angewiesen sind, leben dort.
Die Naturwaldreservate in den Bayerischen Staatsforsten - wie der Rothensteiner Rain - werden in enger Abstimmung mit den Experten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Freising erforscht. Aus den Waldentwicklungen in den "Nullfläche" leiten die Wissenschaftler und Forstpraktiker Möglichkeiten zu einer naturnahen Behandlung des Wirtschaftswaldes ab. Miller: „Diese Urwälder von morgen zeigen uns bereits heute, was naturnahe Wälder leisten können und was nicht“. Dem Forstminister zufolge sind gerade unter dem Aspekt des Klimawandels von der Naturwaldreservatsforschung wertvolle Erkenntnisse für den Waldumbau zu erwarten.
Die Naturwaldreservate ergänzen das Konzept einer naturnahen Forstwirtschaft in ganz Bayern. Die Naturschutzflächen mit den strikten Nutzungseinschlägungen bilden ein bayernweites Netz mit typischen Waldgemeinschaften unserer heimischen Buchen-, Eichen-, Nadelbaum- und Mischwäldern mit den unterschiedlichsten geologischen Voraussetzungen. Seit 1978 wurden im Freistaat 154 Naturwaldreservate mit 6 600 Hektar Wald eingerichtet. Bayern nimmt damit bundesweit eine Spitzenposition ein.
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