Das neue Biomasseheizkraftwerk für Cham nimmt Formen an – Projekt auf Energiebedarf des Wärmekunden ausgelegt

Am geplanten Kraftwerkstandort in der Altenstadter Straße im Gewerbegebiet Cham informierten die künftigen Betreiber des Biomasseheizkraftwerks, Bayerische Staatsforsten (BaySF) und Maschinen- und Betriebshilfsring Cham, über den Projektstand anhand detaillierter Fakten und Zahlen.

Biomasse

(19. Juni 2007) – Cham  Seit 29. Mai liegt den Betreibern eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung mit umfangreichen Umweltauflagen des Landratsamtes Cham zum Bau der Anlage vor. Das Energieprojekt ersetzt rechnerisch 23 Millionen Liter des fossilen Energieträgers Heizöl durch den nachwachsenden und klimaneutralen Rohstoff Holz. Die technische Konzeption und Größe der Anlage entsprechen dem Energiebedarf der nahe gelegenen Molkerei als Wärmeabnehmer. „Wir sehen die neue Anlage als ein Musterprojekt für aktiven Klimaschutz in der Region“, so Dr. Rudolf Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Das Biomasseheizkraftwerk sei ein gleichermaßen ökologischer wie ökonomischer Gewinn für Cham. 

Franz Roider, Vorsitzender des Maschinen- und Betriebshilfsrings Cham betont: „Wir stehen für eine umfassende, sachliche und offene Informationen rund um das Biomasseheizkraftwerk, weil wir von der Zukunftsfähigkeit des Projekts überzeugt sind.“ In den kommenden Tagen erhalten alle Chamer Haushalte ein Informationspapier mit den wichtigsten Fakten. Die Betreiber stellen sich zudem der öffentlichen Diskussion und kündigten eine Informationsfahrt zu einer vergleichbaren Anlage an.
Ökonomisch stärkt das Projekt die Region gleich in mehrfacher Hinsicht: Sechs neue Arbeitsplätze entstehen direkt beim Werksbetreiber. Indirekt profitiert vor allem die heimische Land- und Forstwirtschaft von der umweltfreundlichen Energie. Roider: „Durch die ausschließliche Verbrennung naturbelassener Waldhackschnitzel ergeben sich neue Absatzmöglichkeiten für Waldbauern. Die nachhaltige Waldpflege kann weiter geleistet werden.“ Die Landwirtschaft kann sich auch in Zukunft auf eine wettbewerbsfähige Molkerei in der Region verlassen, die künftig unabhängiger wird von unkalkulierbaren Preisrisiken fossiler Energieträger. 

Ökologische Nachteile ergeben sich durch die Anlage nicht. In ihrer technischen Konzeption ist die geplante Biomasseanlage in Cham vergleichbar mit dem Referenzprojekt der Bundesregierung in Pfaffenhofen an der Ilm. Zahlreiche im Rahmen des Genehmigungsverfahrens erstellte Gutachten bestätigen den hohen technischen Standard und die Umweltverträglichkeit des Biomasseheizkraftwerks. Der Geschäftsführer des Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerks e.V. (C.A.R.M.E.N.), Werner Döller: „Durch die moderne Filtertechnik in Cham entsteht eine der saubersten Energien, die wir technisch erzeugen können.“ Laut einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes erfülle das Vorhaben „alle Anforderungen“ nach dem Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) und „in hohem Maße“ die Ziele der Bundesregierung beim Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energieträgern. 

Die Anlieferung der Hackschnitzel zum Standort erfolgt über die Bundesstraße B22 und durchquert keine Ortschaft. Wohnbebauung und verkehrsberuhigte Zonen sind durch den Lieferverkehr nicht betroffen. Durch die Wahl des Standorts und eine Aufwertung der dortigen Industriebrache kann eine weitere Bodenversiegelung verhindert werden.
Das Projekt ergänzt ein Netz von über 220 Biomasseheiz(kraft)werken allein in Bayern. Eine Einsparung von etwa 60.000 Tonnen fossilem Kohlendioxid pro Jahr optimiert die Ökobilanz der Stadt Cham und trägt wesentlich zum regionalen Klimaschutz bei.

Laden Sie sich hier den Projektflyer herunter.



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