Trotz Orkan Kyrill: Erfolgreiches Geschäftsjahr bei den Bayerischen Staatsforsten
Das zweite Geschäftsjahr der Bayerischen Staatsforsten war geprägt durch den Orkan Kyrill. Erhebliche Waldschäden mit rund 2,5 Millionen Festmetern Schadholz waren die Folge. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf dem Holzmarkt waren die großen Herausforderungen für das Waldunternehmen.
(06. November 2007) – München In einem Kraftakt beseitigten die
Beschäftigten der Bayerischen Staatsforsten die Schäden weitgehend bis zum Ende des Geschäftsjahres.
Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatsminister Josef Miller, sieht darin und in der Tatsache, dass das Unternehmen wirtschaftlich sehr erfolgreich war, den Beleg für das gute Funktionieren der Bayerischen Staatsforsten. Der Erfolg der 2005 umgesetzten Forstreform würde damit erneut bestätigt. Miller hob besonders hervor, dass trotz großer Anstrengungen in der Windwurfaufarbeitung die Waldpflege und die Gemeinwohl-leistungen nicht vernachlässigt wurden.
Den wirtschaftlichen Erfolg bezifferte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Rudolf Freidhager, auf 52,2 Millionen Euro Jahresüberschuss nach Steuern. Dies entspricht annähernd einer Verdoppelung des Ergebnisses des ersten Geschäftsjahres. Finanz- und Personalvorstand Karl Tschacha präzisierte die Verbesserung der finanziellen Substanz des Unternehmens bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2007: Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 25 Prozent auf 337,2 Millionen Euro; 91 Prozent davon entfallen auf das Hauptgeschäftsfeld Holz. Der Freistaat Bayern erhält eine Dividende von 27,5 Millionen Euro (Vorjahr: 15 Millionen).
Mit 7,1 Millionen Festmetern Holz mussten die Bayerischen Staatsforsten deutlich mehr einschlagen als geplant. 2,5 Millionen Festmeter davon entfielen allein auf das Sturmholz. „Dieser Orkan ging uns an die Substanz.
Im laufenden Jahr treten wir deshalb auf die Bremse und reinvestieren in die geschädigten Wälder“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Freidhager. Im Geschäftsjahr 2008 sollen unter fünf Millionen Festmeter geerntet werden; deutlich weniger als der jährliche Holzzuwachs von 6,1 Millionen Festmetern.
Der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Staatsminister Josef Miller gab zudem grünes Licht für ein umfassendes Investitionsprogramm in den bayerischen Staatswald, um die Kyrill-Schäden aufzufangen.
Dank einer soliden Holzverkaufsstrategie hatte der seit Orkan Kyrill unruhige Holzmarkt in Mitteleuropa keinen negativen Einfluss auf das Geschäftsergebnis. Der Holzumsatz stieg um knapp 24 Prozent auf 305,6 Millionen Euro. Freidhager: „Wir setzen auf gute Verbindungen mit verlässlichen Partnern. Das bringt beiden Seiten Stabilität - auch in stürmischen Zeiten.“ Zudem konnte in der vergangenen Heizperiode mit über 860.000 Raummetern mehr Brennholz als in den Vorjahren an lokale Haushalte verkauft werden.
Beigetragen zu einer trotz Orkan relativ stabilen Geschäftslage hat laut Freidhager auch das verhältnismäßig geringe Ausmaß der Borkenkäferschäden.
Nach einem ungewöhnlich trockenen Frühjahr und einer Rekordmenge an borkenkäferbefallenen Bäumen im vergangenen Kalenderjahr rechneten die Bayerischen Staatsforsten mit einem weiteren Anstieg der Schäden.
Flächendeckendes Monitoring und gut geplante Aufarbeitungs- und Abfuhrstrategien sorgten für eine Stagnierung der Käferholzmenge bis Geschäftsjahresende. Die sich andeutende Massenvermehrung des Borkenkäfers an Fichte konnte im Staatswald eingedämmt werden.
Intern war das Unternehmen in seinem zweiten Jahr geprägt von einer weiteren Straffung der Prozesse. Auf Forstbetriebsebene bereiteten die Bayerischen Staatsforsten eine Teilfunktionalisierung vor: Die künftig 370 Revierleiterinnen und Revierleiter vor Ort werden von zusätzlichen Spezialisten aus den Bereichen Naturschutz, Maschineneinsatz, Waldarbeiterfragen, Jagd und Immobilien-Management unterstützt. Mit der „Balanced Score Card“ führte das Management ein Kennzahlensystem ein, dass die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im Unternehmen messbar macht.
Mit Blick auf das dritte Geschäftsjahr betonte der Aufsichtsratsvorsitzende
Miller: „Holz wird in jeder Hinsicht an Bedeutung gewinnen. Die Zeichen für eine langfristige Erfolgsgeschichte der Bayerischen Staatsforsten stehen gut.“ Die bayerische Sägeindustrie zeigt sich dank der erweiterten Sägekapazitäten als aufnahmefähig. Anhaltend hohe Energiepreise sorgen für weiterhin gute Chancen bei Absatz von Waldhackgut und Brennholz.
Das Geschäftsjahr der Bayerischen Staatsforsten geht von 01. Juli bis 30.
Juni. Im ersten Geschäftsjahr hatte das Waldunternehmen einen Gewinn von 25 Millionen Euro erzielt.
Weitere Informationen zum abgelaufenen Geschäftsjahr der Bayerischen Staatsforsten erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2007.
Nachhaltigkeitsbericht 2007 (PDF; 4.7 MB)
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