Reichswald fit für die Zukunft - BaySF bringt Buche und Eiche

Mit völlig neuen Konzepten startet die Bayerische Staatsforsten (BaySF) in den Wäldern des Forstbetriebs Nürnberg ins dritte Geschäftsjahr. Für die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales wurden neue mittelfristige Planungen aufgestellt.

Reichswald

Damit wird die Nachhaltigkeit bei der Staatswaldbewirtschaftung umfassend sichergestellt. "Der Reichswald ist somit fit für die Herausforderungen der Zukunft" freute sich Vorstand Reinhardt Neft vor Ort. Die Planungen entstanden auf der Grundlage aufwändiger Waldinventuren in den Staatswäldern rund um Nürnberg.

Erstmalig wurde im Forstbetrieb Nürnberg ein Erholungskonzept erarbeitet. Es umfasst die Grundlagen der Erholungsansprüche der Bevölkerung im Wald. Neben Spielplätzen, Bademöglichkeiten und Tiergehegen wurden Wander-, Rad- und Reitwege in Karten erfasst. Die ausgewählten Wege werden künftig in einem besonders guten Zustand erhalten, damit die Bevölkerung in der Metropolregion ihre Freizeit genießen kann. Die Planungen werden mit den Kommunen und den Naherholungsvereinen abgestimmt. Ein Großteil der Erholungswege und -einrichtungen wird vom Freistaat Bayern (Forstverwaltung) finanziell im Rahmen der „Besonderen Gemeinwohlleistungen“ gefördert. 

Für den Naturschutz im Wald liegt ebenfalls zum ersten Mal ein Gesamtkonzept vor. Den Planungen gingen auch hier umfangreiche Erhebungen voraus. Totholz, Biotope, seltene Altbestände, alte Bäume und geschützte Gebiete der verschiedensten Kategorien wurden aufgenommen. Bei der Erstellung sind externe und interne Spezialisten und Interessenvertreter beteiligt worden. „Alle waren nach der Erhebung überrascht, welche Fülle an Schätzen der Nürnberger Reichswald beherbergt“, so der in der BaySF für Waldbau zuständige Vorstand Reinhardt Neft. Forstbetriebsleiter Roland Blank ergänzt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstbetriebes sind sich ihrer großen Verantwortung gegenüber der Natur und der Bevölkerung bewusst und hüten diese Kleinodien wie ihre eigenen Augäpfel.“ 

Auch die wirtschaftliche Planung wurde auf neue Grundlagen gestellt. Seit der Gründung der Bayerischen Staatsforsten hat der Forstbetrieb Nürnberg auf der Basis fortgeschriebener Planungen der ehemaligen Forstämter gewirtschaftet. Die neue fundierte Waldinventur ergab jedoch einen geringeren Zuwachs als bisher angenommen. Konsequent wird daher künftig der jährliche Holzeinschlag auf 135.000 Kubikmeter reduziert. Im laufenden Jahr werden wegen des Orkans Kyrill sogar nur 122.000 Kubikmeter eingeschlagen. Die reguläre neue Planung liegt unter dem tatsächlichen Zuwachs von 144.000 Kubikmetern. Der Holzvorrat im Nürnberger Reichswald nimmt daher jedes Jahr um 9.000 Kubikmeter zu. Reinhardt Neft bezeichnet dies als eine Planung, die den Belangen der Erholungssuchenden und dem Naturschutz in der Metropolregion sehr entgegen kommt. Für die Waldbestände sind umfangreiche Pflegemaßnahmen vorgesehen. So werden z. B. künftig jährlich 29 Hektar neu gepflanzt, überwiegend Laubholz. In den Anpflanzungen nehmen Eiche und Buche eine herausragende Rolle ein. Damit trägt die BaySF dem Klimawandel Rechnung: Diese Mischbestandspflanzungen werden stabiler sein, als die heutigen Kiefernreinbestände.

Die neu vorgestellten Konzepte in Nürnberg haben Pilotcharakter für die mittelfristigen Planungen aller anderen Wälder der Bayerischen Staatsforsten.



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