Familienförderung für Auerhahn und –henne im Fichtelgebirge

Die Bayerische Staatsforsten richtet ihre Forstwirtschaft rund um den Ochsenkopf im Fichtelgebirge an den Erfordernissen des Auerwildes aus.

Auerwild

10.08.2006 - Fichtelberg Die geplanten Lebensraumverbesserungen erhöhen die Überlebenschancen der vom Aussterben bedrohten Auerwildpopulation. Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) legt die BaySF ein optimiertes Schutz-, Pflege- und Entwicklungskonzept vor. „Unsere Artenschutzstrategie zum Erhalt des größten einheimischen Waldvogels im Fichtelgebirge ist im Wesentlichen die Weiterentwicklung eines Netzes an geeigneten Waldstrukturen“, erklärte vor Ort Reinhardt Neft, Vorstand der BaySF und versprach: „Die Bayerische Staatsforsten will den Erhalt des Auerwilds als Leitart des Fichtelgebirges sichern und nimmt sich dieser Verantwortung als größter Waldbesitzer der Region an.“ „Auerwild besiedelt neu geschaffene artgerechte Lebensräume in sonst eher dichten Waldstrukturen rasch. Es bestehen gute Chancen, dass die Maßnahmen mittelfristig erfolgreich sind,“ so Hans-Jürgen Gulder von der LWF. 

In den Schwerpunktgebieten - den Hochlagen oberhalb von 800 Höhenmetern – sieht der Maßnahmenkatalog der BaySF vor Nahrungsquellen wie Vogelbeerbäume und Heidelbeersträucher zu erhalten, Flugschneisen und Moorflächen wiederherzustellen, Wälder aufzulichten und Altholzinseln zu belassen. Zusätzlich werden großflächig Verbindungskorridore zwischen den bestätigten Lebensräumen geschaffen, um einen Austausch zwischen den Teilpopulationen zu ermöglichen. Dabei konzentrieren die Förster der BaySF die Maßnahmen aus Rücksicht auf die Brut- und Aufzuchtzeiten vorwiegend auf den Zeitraum von September bis Februar. 

Das zu den Raufußhühnern gehörende Auerwild ist im Fichtelgebirge seit der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung heimisch; es wurde nie ausgewildert. Als zentraler Gefährdungsfaktor für die Leitart urwüchsiger und gesunder Waldnatur gelten Lebensraumverluste. Die Bayerische Staatsforsten -Forstbetriebe Fichtelberg und Selb sind mit rund 24.000 Hektar größte Flächenverwalter im Fichtelgebirge. Die Umsetzungsmaßnahmen erfolgen unter breiter Einbindung der örtlichen Naturschutzverbände, den Jägern, der Lokalpolitik, den Fremdenverkehrsverbänden sowie der einheimischen Bevölkerung.



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