Bayerns Waldbesitzer lassen Haushalte im "Warmen" sitzen
Die privaten und kommunalen Waldbesitzer und die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bieten den Privathaushalten heuer eine steigende Brennholzmenge an.
10. Oktober 2006 - Regensburg Allein aus dem Staatswald werden über 600.000 Raummeter zur Verfügung stehen. Örtliche Waldbesitzervereinigungen und BaySF-Forstbetriebe stehen den Besitzern von Kaminen und Holzheizungen als Ansprechpartner bereit. Mit Blick auf den seit Jahren steigenden Bedarf rät Dr. Rudolf Freidhager: „Wer auch im kommenden Winter mit heimischem Holz heizen will, sollte sich bald melden.“ Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten ergänzt: „Auch bei großer Nachfrage können wir nicht mehr Holz ernten, als die Nachhaltigkeit erlaubt.“ Der Energieträger Holz wird in vielfältiger Form angeboten - der Service rund ums Brennholz deutlich verbessert.
Auch der Vorsitzende des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Marian Freiherr v. Gravenreuth entkräftet die Sorgen, dass durch die allerorts steigende Holznachfrage und dem Brennholzboom der Verbraucher die Wälder übernutzt werden könnten. Gerade im Privatwald ist in den letzten Jahrzehnten die Holznutzung deutlich hinter dem Zuwachs zurückgeblieben. Die aktuell hohe Holznachfrage werde von der heimischen Forstwirtschaft genutzt, um gezielt in die Wälder einzugreifen. „Brennholz fällt im Rahmen der Pflege unserer Wälder an“, so v. Gravenreuth auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Regensburg. Die Einschläge seien notwendig zur Stabilisierung der Wälder, die auch durch die aktuelle Klimaänderung sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind. Die Waldbesitzer verpflichten sich durch eine Waldzertifizierung ihre Wälder umfassend nachhaltig und nach strengen Vorgaben zu bewirtschaften. „Die Einnahmen aus dem Brennholzverkauf kommen der Pflege unserer heimischen Wälder zu gute, weil diese letztlich wieder in den Wald reinvestiert werden,“ betont v. Gravenreuth. Wer mit Holz heizt, helfe zudem, fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle zu sparen. Für „ökologisch optimal“ hält auch Freidhager die Wärme aus dem Wald „CO2-neutral und als Rohstoff der kurzen Wege direkt vor der Haustüre gewachsen – besser geht´s nicht.“
Die seit Jahren steigende Nachfrage wird sich auch 2006/2007 auf den Preis auswirken, so die Prognose der Waldbesitzer. Leichte Preissteigerungen werden erwartet. Auf seinen Heizwert bezogen, bleibt Holz dennoch billiger als Öl oder Gas.
Forderungen nach einer noch größeren Brennholzbereitstellung aus dem Staatswald stellt Freidhager die Vielfalt der Holzverwendung gegenüber: „Holz ist viel mehr als nur Brennstoff.“ Auch bei Sägewerken, der Papier- oder der Holzwerkstoffindustrie sei die Nachfrage gestiegen. Zunehmend Bedeutung gewinne auch der Bereich Biomasseanlagen, die mit Waldhackschnitzeln klimaneutrale Wärme und Strom für die Region erzeugen. Auch müsse ein angemessener Anteil an Holz in den Wäldern bleiben – als Lebensraum für seltene Insekten, Vögel und Säugetiere.
Bei den Bayerischen Staatsforsten wird Brennholz überwiegend für Selbstabholer (Selbstwerbung) angeboten, die im Wald mit Axt und Säge ihr Ofenholz aufarbeiten. Der Privat- und Kommunalwald – zusammen im Besitz von über 2/3 der Waldfläche Bayerns – hat sein Gesamtangebot und Service rund ums Brennholz heuer verbessert. Das Angebot reicht von Selbstwerberholz bis hin zum trockenen ofenfertigen Holz mit Frei-Haus-Lieferung. Die Broschüre „Brennholzadressen Süddeutschland“ und die Internetadressen www.brennholz-sued.de, www.bayer-waldbesitzerverband.de und www.baysf.de informieren Interessenten über Anbieter in ihrer Nähe, Brennholzdepots und Wissenswertes zur Holzenergie.
Kontaktdaten zu den Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten finden Sie hier.
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