Schlank und schlagkräftig für Bayerns Wälder- Miller stellt neues Forstunternehmen vor
Ab 1. Juli übernimmt im Zuge der Forstverwaltungsreform das Unternehmen „BAYERISCHE STAATSFORSTEN“ die Bewirtschaftung der rund 800 000 Hektar Staatswald im Freistaat.
23.06.2005 - München Ab 1. Juli übernimmt im Zuge der Forstverwaltungsreform das Unternehmen „Bayerische Staatsforsten“ die Bewirtschaftung der rund 800 000 Hektar Staatswald im Freistaat – mit rund 2 800 Beschäftigten, 41 Forstbetrieben, 558 Forstrevieren, verschiedenen Sondereinrichtungen und einer Zentrale in Regensburg. Forstminister Josef Miller stellte die neue Organisation und ihren dreiköpfigen Vorstand in München vor. Nach Aussage des Ministers ist das Unternehmen „hervorragend aufgestellt, um als schlanke, schlagkräftige Einheit die bayerischen Staatswälder vorbildlich zu bewirtschaften“. Den großen Herausforderungen der Forstwirtschaft mit stagnierenden Holzpreisen und steigenden Kosten sei der flexible, moderne Forstbetrieb sehr viel besser gewachsen als eine staatliche Verwaltung. Eine einseitig auf Gewinn ausgerichtete Waldbewirtschaftung wird es laut Miller aber nicht geben, denn: „Das Unternehmen ist der Nachhaltigkeit verpflichtet und unterliegt als Anstalt des öffentlichen Rechts staatlicher Kontrolle. Für Gemeinwohlleistungen wie Schutzwaldsanierung, Naturschutzprojekte oder Wildparke werden auch künftig Mittel aus dem Staatshaushalt bereit gestellt.“
Geführt wird das neue Unternehmen von drei Vorstandsmitgliedern, denen jeweils zehn bis 15 Forstbetriebe sowie unterschiedliche Schwerpunktbereiche zugeordnet sind. Vorstandsvorsitzender wird Dr. Rudolf Freidhager aus Wien. Der 48-jährige studierte Forstwirt war seit 1998 in verantwortlichen Positionen bei der Österreichischen Bundesforste AG (Öbf) tätig. Im Unternehmen „Bayerische Staatsforsten“ wird er für die Bereiche „Holz“, „Technik“, „Logistik“, „Neue Geschäftsfelder“ und „Immobilien“ zuständig sein. Weitere Vorstandsmitglieder sind Reinhardt Neft aus Schwifting im Landkreis Landsberg a. Lech und Karl Tschacha aus München. Der 45-jährige Neft war Referent für Forstorganisation, Führung und Informationstechnik am Forstministerium und Gründungsleiter des neuen Unternehmens. Er übernimmt künftig die Bereiche „Waldbau“, „Naturschutz“, „Jagd“ sowie „Informations- und Kommunikationstechnik“. Der 44-jährige Betriebswirt Tschacha, zuletzt kaufmännischer Leiter der Kraus-Maffei Kunststofftechnik GmbH, ist für die Bereiche „Finanzen“, „Rechnungswesen“, „Controlling“, „Personalentwicklung“, „Organisation“ und „Ausbildung“ zuständig.
Die positive Entwicklung des neuen Unternehmens wird nach Aussage des Ministers durch verschiedene Gremien und Aufsichtsfunktionen gefördert. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem Aufsichtsrat unter Vorsitz des Ministers zu: Er beschließt über Satzung und Wirtschaftsplan, legt strategische Eckpunkte fest und muss bei allen grundsätzlichen Entscheidungen zustimmen. Zudem steht dem Unternehmen ein Beirat mit voraussichtlich 20 Vertretern verschiedener Verbände und Interessensgruppen beratend zur Seite. Er soll dafür sorgen, dass wichtige Anliegen der Gesellschaft berücksichtigt werden.
Unabhängig davon unterliegt das Unternehmen wie alle privaten und kommunalen Waldbesitzer der Fachaufsicht durch die Forstverwaltung und darüber hinaus der Rechtsaufsicht durch das Forstministerium. „Wir werden sicher stellen, dass das neue Unternehmen seine Geschäfte am neuen Waldgesetz für Bayern ausrichtet und satzungsgemäß führt“, sagte der Minister und: „Aufgabe des Unternehmens ist es, den Staatswald mit seinen wichtigen Funktionen für das Gemeinwohl nachhaltig zu bewirtschaften und für kommende Generationen zu erhalten.“
Der Start des Unternehmens „Bayerische Staatsforsten“ ist Teil der im Herbst 2003 vom Bayerischen Ministerrat beschlossenen Forstverwaltungsreform. Dabei werden zum 1. Juli die vier Forstdirektionen aufgelöst, die 127 Forstämter mit den Landwirtschaftsämtern zu 47 Ämtern für Landwirtschaft und Forsten verschmolzen und die Bewirtschaftung des Staatswaldes aus dem Aufgabenspektrum der Forstverwaltung herausgelöst. Mit der Umorganisation zur zweistufigen Verwaltung ist eine Personalreduktion von 20 Prozent mit überproportionalem Abbau bei höheren Beamten verbunden.
(Pressemitteilung des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten)
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