Sonnentau und Wasserschlauch
Schutzmaßnahme für bedrohte Artenvielfalt im „Steckerles“-Wald

Eberhard Irlinger, Landrat und Vorsitzender des Vereins Naherholungsgebiet Sebalder Reichswald, und Roland Blank bei der Vorstellung der Informationstafel
Seinen etwas abschätzigen Spitznamen trägt der „Steckerles-Wald“ genannte Reichswald in Nürnberg zu unrecht. „Es gibt dort jedenfalls eine ganze Menge an Tier- und Pflanzenarten, die man vielleicht auf den ersten Blick nicht dort vermutet“, erklärt der Leiter des Forstbetriebs Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten, Roland Blank. Damit das auch so bleibt, hat Blank ein Kooperationsprojekt zum Schutz für bedrohte Arten im Reichswald initiiert.
Einige geschützte Arten wie der Sonnentau oder der Wasserschlauch, beides fleischfressende Pflanzen, waren im Moor bei Heroldsberg im Reichswald stark vom Aussterben bedroht. Auf Initiative des Forstbetriebs Nürnberg wurde von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Erlangen-Höchstadt ein Renaturierungskonzept erarbeitet und mit Hilfe des Amtes für Landwirtschaft und Forsten umgesetzt. Letzteres hat die Maßnahme auch zum Großteil finanziert.
Seltene Arten wie das Wollgras und der Bitterling, die Ringelnatter und die Erdkröte profitieren von dieser Maßnahme. Das Hauptproblem für diese Arten war, dass schnell wachsende Bäume und Sträucher den Lebensraum dieser Arten besetzen. Vor allem in den Tümpeln, im Moorbereich und in der Feuchtheide würden sie ohne menschliche Hilfe aussterben. Diese Gefahr ist nun erst einmal abgewendet. Mit regelmäßigen Pflegemaßnahmen wird der Forstbetrieb Nürnberg künftig dafür sorgen, dass diese Flächen nicht wieder zuwachsen. Eine kürzlich aufgestellte und vom „Naherholungsverein Sebalder Reichswald“ finanzierte Informationstafel an der Straße von Heroldsberg nach Günthersbühl gibt mit Bildern und Texten einen Überblick über die gefährdeten Tiere und Pflanzen.
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