Girls' Day im Wald: Mädchen entdecken den Försterberuf
Förster war zu allen Zeiten ein Männerberuf. Die Betonung im Satz liegt auf „war“, denn immer mehr Frauen wählen Berufe in früher von Männern dominierten Berufsfeldern.

Staatsförster Meinhard Plettenberg mit Bibiana Mündel und Tatjana Schwab
Im Forstbetrieb Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten bekamen am diesjährigen „Girls Day“ am 23. April zwei Schülerinnen Einblick in den Försterberuf, einen der schönsten Berufe überhaupt. Förster Meinhard Plettenberg nahm Bibiana Mündel aus der siebten Klasse der St. Zeno Realschule und Tatjana Schwab aus der neunten Klasse des Gymnasiums Berchtesgaden für einen Tag unter seine Fittiche. Ausgerüstet mit einer BaySF-Warnkappe erkundeten sie gemeinsam aktuelle Arbeitsschwerpunkte in den regionalen Staatswäldern. Sie besuchten Waldarbeiter bei der Pflanzung von jungen Bäumen und bestaunten einen Seilkran, der schwere Baumstämme an die Waldstraße brachte. Die Mädchen erfuhren bei Erkundungen, dass die Bayerischen Staatsforsten stets weniger Holz ernten als nachwächst und dass viele Laubbäume gepflanzt werden, um in Zukunft gesunde Mischwälder zu erhalten.
Der erfahrene Förster Plettenberg erklärte die Grundzüge der naturnahen Forstwirtschaft und wie wichtig die Jagd für einen gesunden Mischwald ist. Meinhard Plettenberg hat der Tag mit den beiden Schülerinnen viel Spaß gemacht, und vielleicht kehren Bibiana und Tatjana eines Tages zu den Bayerischen Staatsforsten zurück: als Forstwirtinnen, als Leiterinnen eines Reviers oder Forstbetriebs oder auch als Angestellte in einem Forstbetrieb oder der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg.
Die Bayerischen Staatsforsten haben es sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Frauen den Weg in die traditionelle Männerdomäne Forstwirtschaft zu ebnen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die Einführung des mit dem Gesamtpersonalrat abgestimmten Gleichstellungkonzeptes. Darin sind eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf formuliert, wie zum Beispiel die langfristige Erhöhung des Frauenanteils, flexible Arbeitszeitmodelle und Teilzeitmodelle, Home-Office-Arbeitsplätze und vieles mehr.
Der Girls’ Day findet in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt. Ziel ist es, das Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern und einen Einblick in die Praxis von naturwissenschaftlichen, technischen und techniknahen Ausbildungen und Studiengängen zu ermöglichen. Rollenklischees sollen überwunden und neue berufliche Perspektiven eröffnet werden. Der Girls’ Day im vergangenen Jahr brachte mit 130.000 Teilnehmerinnen bei 8.600 Veranstaltungen einen neuen Rekord.
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