Genetisch geprüfter Nachwuchs für den Wald von Morgen

Der Forstbetrieb Allersberg der Bayerischen Staatsforsten erhält den ZüF-Preis für vorbildliche Pflanzenbeschaffung

Urkunde

Verleihung der Urkunde an Forstbetriebsleiter Bernhard Schönmüller (links) durch den ZüF-Vorsitzenden Reinhold Sailer

(2. April - Allersberg) Der Forstbetrieb Allersberg der Bayerischen Staatsforsten erhält eine Anerkennung für das Engagement bei der Beschaffung und Verwendung herkunftsgesicherter Pflanzen. Der Vorsitzende des Zertifizierungsrings für überprüfbare Forstliche Herkunft Süddeutschland e.V. (ZÜF), Reinhold Sailer, überreichte Bernhard Schönmüller, Forstbetriebsleiter in Allersberg, eine Urkunde und verlieh dem mittelfränkischen Forstbetrieb den Titel: „ZüF-Kunde des Jahres“.

Für Bernhard Schönmüller, dessen Forstbetrieb allein 2008 rund 265.000 Euro in Forstpflanzen investierte, ist es eine Selbstverständlichkeit, auf Qualität und Herkunftssicherheit zu achten. Eine „Fehlinvestition“ wäre aufgrund der oft über hundertjährigen „Produktionszeit“ teuer und irreparabel. Deshalb unterstützen die Bayerischen Staatsforsten Initiativen, die mehr Qualität und Herkunftssicherheit garantieren. Schönmüller: „Wo gibt es zum Beispiel in anderen Bereichen die Möglichkeit, dass ein Verbraucher seine Ware bei Lieferung quasi genetisch testen lassen kann?“ Es sei schon bemerkenswert, wenn gerade in der eher „bedächtigen“ Forstwirtschaft moderne genetische Prüfmethoden eingesetzt werden und Förster sowie Baumschulen bei der Qualitäts- und Herkunftssicherheit eine Vorreiterrolle einnehmen.

Auch der stellvertrende Bereichsleiter im Bereich Waldbau und ZüF-Vorstand Thomas Zanker von der Staatsforsten-Zentrale in Regensburg freute sich über die Anerkennung: „Das ist eine Bestätigung vorbildlicher Waldbewirtschaftung in der Praxis“. Zanker betonte, dass die Bayerischen Staatsforsten nicht möglichst billiges, sondern möglichst gutes Pflanzenmaterial wollten. Letzteres habe auch seinen Preis, der jedoch gerechtfertigt sei, da von Seiten der Bayerischen Staatsforsten der Grundsatz gelebt wird, bei künstlicher Verjüngung ausschließlich standortangepasstes Saat- und Pflanzgut überprüfbarer Herkunft zu verwenden, soweit es am Markt verfügbar ist.

Forstpflanzen für Bestandesgründungen müssen standort- und klimaangepasst sein, um über Jahrzehnte hinweg zu stabilen, ökologisch und ökonomisch wertvollen Mischbeständen heranwachsen zu können. Deshalb werden in der Forstwirtschaft nur Pflanzen verwendet, deren Saatgut aus ausgewählten, bewährten Waldbeständen, meist aus der Region, gewonnen wird. Das ZüF-System kann die Herkunftsidentität von Pflanzen durch einen biochemisch-genetischen Vergleich zwischen Pflanzen- und Saatgutproben im Labor prüfen. Dazu müssen bereits bei der Saatguternte Proben gewonnen und hinterlegt werden, diese können dann mit den ausgelieferten Pflanzen verglichen werden. Träger des Verfahrens ist der Verein „Zertifizierungsring für überprüfbare Forstliche Herkunft Süddeutschland e.V.“. Für Waldbesitzer ist die Herkunftssicherheit von Pflanzgut daher unerlässlich. Weil aber alle Pflanzen ähnlich „grün“ aussehen und eine äußerliche Beurteilung ihrer Herkunft bzw. ihres Stammbaumes nicht möglich ist, bietet das ZüF-Verfahren einen genetischen Herkunftsnachweis.

Entwickelt wurde dieses Herkunftssicherungssystem 1999 – 2002 gemeinsam durch die Forstverwaltungen Bayerns und Baden-Württembergs und süddeutschen Baumschulen der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsforstpflanzen. „Das ZüF-Zertifikat bringt vor allem dem Kunden selbst Vorteile und das Einkaufsverhalten in Allersberg ist vorbildlich“, betonte Zanker. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Pflanzen kosten überprüfbare Pflanzen etwas mehr. Außerdem wird bei der Anlieferung der Pflanzen für die Gewinnung von Knospenproben für mögliche Testanalysen ein höherer Zeitaufwand erforderlich.

Der jährliche Pflanzenbedarf, den die BaySF bei privaten Baumschulen zukaufen, liegt bei rund 7 -8 Millionen Pflanzen. Beim Pflanzenankauf seien geeignete Herkünfte, Qualität und Pflanzenfrische unverzichtbare Faktoren. Auch das Waldzertifizierungssystem „PEFC“ hat die Bedeutung von überprüfbaren Herkünften erkannt und fordert für zertifizierte Waldbesitzer die Verwendung von genetisch überprüfbarem Pflanzgut.



<- Zurück zu: Nachrichten

Kommentare

Kommentar schreiben





CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  


 

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden