Kyrill-Holz fließt zügig aus dem Staatswald
Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben bis Ende März ein Drittel der durch Orkan Kyrill geworfenen Bäume aufgearbeitet. Die Unternehmensleitung lenkt weiter alle Kräfte auf die Beseitigung der noch liegenden rund 1,3 Millionen Kubikmeter Schadholz in den bayerischen Staatswäldern. Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Freidhager will Ende Juni einen Großteil der Aufräumarbeiten abschließen.
(03. April 2007) – Regensburg Dank einer guten Absatzlage und stabilen Langfristverträgen ist es dem Unternehmen gelungen, die gesamte anfallende Holzmenge bei stabilen Preisen abzusetzen.
Um die Herausforderung zu meistern, hat die BaySF ihre Kapazitäten bei der Holzernte kurzfristig erhöht. Das Unternehmen zog Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter aus weniger betroffenen Regionen in den Hauptschadensgebieten Rhön, Frankenwald, Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald und Berchtesgadener Land zusammen. Die Forstwirte arbeiten dort Überstunden, die sie im weiteren Jahresverlauf ausgleichen können. Außerdem setzt die BaySF zusätzliche Forstunternehmer mit Spezialgerät aus dem gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland ein. Vorstand Reinhardt Neft: „Normalerweise ernten wir jede Woche rund 100.000 Kubikmeter, im Moment holen wir dagegen wöchentlich bis zum Doppelten an Schadholz aus unserem Wald.“
Wird das Frühjahr warm-trocken, dient laut Freidhager das Sturmholz als optimaler Brutraum für den Borkenkäfer. „Wir haben deshalb alles unternommen, um den Wettlauf gegen den Käfer zu gewinnen“, sagt Freidhager. Die Betriebsabläufe, insbesondere das Holzflussmanagement, wurden im 805.000 Hektar-Forstbetrieb so ausgesteuert, dass vor dem Ausreifen der ersten Borkenkäfergeneration die meisten liegenden Fichtenstämme aus den Staatswäldern zu Sägewerken oder Holzlagerplätzen außerhalb des Waldes transportiert werden. Eine Schlüsselfunktion übernimmt dabei mehr und mehr der Einstieg in die so genannte Frei-Werk-Lieferung. Während in Deutschland traditionell der Holztransport durch die Sägewerke organisiert wird, fährt die BaySF im Geschäftsjahr 2007 rund 800.000 Kubikmeter selbst vom Wald zu den Kunden. „So behalten wir die Mengensteuerung selbst in der Hand und können schnell reagieren“, erklärt Freidhager. Auch das im Bestand liegende Kronenmaterial – Brutraum für den Borkenkäfer – wird gehackt und in Biomasseanlagen thermisch verwertet. Die BaySF vermarktet so im Geschäftsjahr 2007 rund 200.000 Festmeter Waldhackgut zur Erzeugung umweltfreundlicher Energie.
Aufgrund des milden und trockenen Winters und einer hohen Ausgangsdichte der waldschädlichen Borkenkäfer warnen Experten vor einer Massenvermehrung in diesem Frühjahr. Ein Frühwarnsystem über die gesamte Staatswaldfläche verhindert, dass sich die beiden wichtigsten Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher unbemerkt vermehren können. Die Mannschaften vor Ort kontrollieren in engen Abständen Brennpunktbereiche, markieren befallene Bäume und organisieren die sofortige Fällung der Käferbäume.
Langfristig setzt die Bayerische Staatsforsten auf den Umbau von reinen Nadelwäldern in zukunftsfähige und stabile Mischwälder. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Klimaextreme mit Trockenperioden im Sommer ist laut Vorstand Reinhardt Neft von einer weiteren Schwächung der Fichten auszugehen. Wärme- und trockenheitstolerante Baumarten wie Buche, Eiche, Douglasie oder Ahornarten spielen in den aktiven Waldumbaumaßnahmen des Unternehmens deshalb eine wichtige Rolle. Im Geschäftjahr 2007 investiert die Bayerische Staatsforsten elf Millionen Euro in den Waldumbau durch Pflanzung oder Saat auf insgesamt 2.200 Hektar.
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