Mit Brief und Siegel ökologisch

Das PEFC-Zertifikat bestätigt nachhaltige Waldwirtschaft im bayerischen Staatswald und ist für Verbraucher ein zuverlässiges Kaufkriterium. Derzeit laufen die PEFC-Prüfungen an vier Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten.

PEFC Zertifikat

Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl (links) und Gutachter Horst Gleißner

Die Bayerischen Staatsforsten stehen für nachhaltige Waldwirtschaft und hohe ökologische und soziale Standards. Das bestätigt das PEFC-Zertifikat (PEFC: Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen), mit dem der gesamte bayerische Staatswald ausgezeichnet ist. Regelmäßige und unabhängige Kontrollen, wie kürzlich im Forstbetrieb Bodenmais der Bayerischen Staatsforsten, stellen sicher, das diese Standards dauerhaft eingehalten werden.

„Ein wenig aufgeregt war ich schon“, gibt Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl unumwunden zu. „Die Prüfer schauen schon sehr genau hin, ob alles passt“. Er weiß zwar, dass er die über 50 Einzelregelungen in seinem rund 17.000 Hektar großen Forstbetrieb einhält. Aber eine Prüfung durch unabhängige und strenge Auditoren wie Horst Gleißner und Wilfried Stech von der DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen) macht dann verständlicher Weise doch ein wenig nervös. Denn bei Verstößen drohen Sanktionen bis hin zum Entzug des PEFC Zertifikats.

Wichtige Kriterien für eine ordnungsgemäße Waldwirtschaft sind zum Beispiel Rückegassen. Für diese schmalen Erschließungswege ist Mindestabstand von 20 Metern vorgeschrieben, im bayerischen Staatswald sind sogar 30 Meter Abstand die Regel.  Rückegassen dienen dem Abtransport, dem sogenannten „Rücken“, der Bäume aus dem Wald. Sie werden angelegt, um flächiges Befahren des Waldes zu verhindern und damit die empfindlichen Waldböden bestmöglich zu schützen. „Ausgehend von den Rückegassen entnehmen wir nur einzelne Bäume, um den Wald als solches zu erhalten“, erklärt Völkl. Damit bekommen aber nicht nur die anderen Bäume genügend Platz und Licht, um sich zu entwickeln, sondern vor allem erhalten auch die Pflanzen aus der Naturverjüngung genügend Raum. Bäume aus natürlicher Verjüngung, d.h. aus Samen, die von Mutterbäumen gestreut werden, haben stabilere Wurzeln und ein besseres Wachstum als mühsam von Hand gepflanzte Baumschulbäumchen. Voraussetzung für das Gelingen der Naturverjüngung ist dabei in jedem Fall, dass die jungen Pflanzen vor Verbiss durch Wild geschützt sind. Das Zertifizierungssystem PEFC schreibt hierzu „waldangepasste Wildbestände“ vor, die Bayerischen Staatsforsten halten sich dazu streng an die auch vom Bayer. Jagdgesetz so vorgeschriebene Grundregel „Wald vor Wild“. Die hohen Abschusszahlen im bayerischen Staatswald bestätigen die konsequente Haltung der Bayerischen Staatsforsten.

Das Düngen des Waldes ist nach PEFC-Standard ebenso verboten wie Kahlschläge früherer Zeiten. Wertvolle Biotopbäume werden erhalten, Pflanzenschutzmittel sind – außer in extremen Ausnahmesituationen – verboten.

Am Ende des Tages hatte Gutachter Horst Gleißner viele lobende Worte für den Forstbetrieb. Resümee: „Dem Betrieb kann in allen zutreffenden Bereichen eine vorbildliche PEFC-Konformität bestätigt werden.“ Eine gute Nachricht für Jürgen Völkl, vor allem aber eine gute Nachricht den bayerischen Staatswald.

Nachtrag vom 22.7.: Der Forstbetrieb Bodenmais war der erste von vier Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten, die in diesem Jahr geprüft werden. Mittlerweile wurde auch dem Forstbetrieb Nürnberg in allen Punkten vorbildliche PEFC-Konformität bescheinigt. Die Prüfungen an den Forstbetrieben Ottobeuren und Sonthofen finden in diesen Tagen statt.



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