Internationales „Ramsar-Diplom“ für Bayerische Wildalm.

Die Bayerische Wildalm steht nun auch international unter Naturschutz.

Wildalm

Das Moorgebiet im Mangfallgebirge (Lkr. Miesbach) an der deutsch-österreichischen Grenze ist offiziell das 33. deutsche Feuchtgebiet internationaler Bedeutung innerhalb der Ramsar-Konvention. Diese Konvention ist eines der ältesten internationalen Naturschutzabkommen. Mit der Wildalm kommt zu den sieben bayerischen Ramsargebieten ein besonderes, alpines Kleinod hinzu, betonte Bayerns Umweltstaatssekretär Marcel Huber. Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Karl Tschacha, freute sich anlässlich der Urkundenüberreichung im grenzübergreifenden Schutzgebiet zwischen Bayern und Tirol: „Wir sind stolz, ein so hochrangiges internationales Schutzgebiet bei uns zu haben. Wir werden es hüten wie unseren Augapfel.“

Die Bayerische Wildalm ist, gemeinsam mit dem angrenzenden Ramsar-Gebiet auf österreichischer Seite, ein ausgedehnter Moorkomplex in einer großen Karstwanne, einer so genannten Polje, im Südosten der Halserspitz im Blaubergkamm. Das Gebiet liegt auf etwa 1430 Meter Höhe und zeichnet sich aufgrund seiner Topographie durch ein eigenes Mikroklima und einen besonderen Wasserhaushalt aus. Dies hat zu der Ausbildung einer ganzen Fülle von typischen Pflanzengesellschaften der Moore und Sümpfe mit einer Vielzahl von Rote-Liste-Arten geführt. „Die Ramsar-Konvention gibt unseren Naturschutzanstrengungen in Bayern einen globalen Rahmen“, sagte Huber. „Durch die Nominierung deutscher Ramsar-Gebiete nehmen wir unsere Vorbildfunktion für den internationalen Feuchtgebietsschutz wahr“, betonte der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel unlängst.

Der Bundesumweltminister würdigte bereits die Ausweisung als wichtigen Beitrag für Natur- und Klimaschutz: „Wenn wir Moore schützen, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: wir leisten einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz, denn Moore sind wichtige Kohlendioxidspeicher, und wir erhalten einzigartige Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Hier wird wiederum deutlich: Klimaschutz ist Naturschutz - Naturschutz ist Klimaschutz.“ Zudem, ergänzte Huber, können Torfmoose eines Moors Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen und bis zum 40fachen ihres Gewichts an Wasser speichern. Deshalb erfüllt ein Moor auch eine wichtige Funktion beim vorbeugenden Hochwasserschutz.

Die Bayerische Wildalm auf bayerischer Seite war bisher als FFH- und europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen und liegt im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten. Der Tiroler Teil des Moorgebiets ist bereits im Jahr 2005 in die Ramsar-Liste aufgenommen worden. Es wird angestrebt, das Gebiet als grenzüberschreitendes Ramsar-Gebiet zu benennen. Die Ausweisung der Wildalm auf bayerischer Seite geht auf eine Initiative des Deutschen Alpenvereins zurück.

Die 1971 in Ramsar/Iran unterzeichnete Ramsar-Konvention (Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung) bietet ein Rahmenwerk für den Schutz und die Nutzung von Feuchtgebieten und ihren Ressourcen. Die Konvention hat 157 Vertragsstaaten. Mit der Bayerischen Wildalm sind weltweit 1723 Ramsar-Gebiete ausgewiesen.

In Bayern sind bereits die Moor- und Feuchtgebiete „Unterer Inn“, „Chiemsee“, „Starnberger See“, „Ammersee“, „Ismaninger Speichersee und Fischteiche“, „Lech-Donau-Winkel“, „Donauauen und Donaumoos“ als Ramsar-Gebiete unter Ramsarschutz.

Weitere Informationen zur Wildalm finden sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Wildalm

Weitere Informationen zur Ramsar-Konvention finden sie unter: http://www.ramsar.org/

 



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