30 Jahre Naturwaldreservate im bayerischen Staatswald
Die vor 30 Jahren erstmals in Bayern ausgewiesenen Naturwaldreservate sind nach den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten Josef Miller wahre Schatztruhen der Artenvielfalt. Hier sind besonders viele bedrohte Tiere und Pflanzen beheimatet.
So kommen auf diesen Waldflächen, die einer ungestörten Entwicklung überlassen wurden, heute 70 Prozent der bayerischen Schmetterlingsarten vor, zudem sind dort fast 500 Pilzarten zu finden. Allein das Totholz beherbergt rund 1 350 Käferarten. Seit 1978 wurde im bayerischen Staatswald ein repräsentatives Netz von 152 solcher Flächen auf insgesamt 6 600 Hektar eingerichtet. Damit nimmt Bayern bundesweit eine Spitzenposition ein.
Bei Naturwaldreservaten handelt es sich um besonders naturnahe Waldbestände, die häufig seit Jahrzehnten aus der forstlichen Nutzung genommen wurden.
Diese Waldflächen ergänzen das Konzept einer naturnahen Forstwirtschaft und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.
Nach Angaben des Ministers liefert zudem die Forschung in Naturwaldreservaten wichtige Erkenntnisse: „Sie sind Freilandversuchslabore in denen die Experten unserer Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, das Heranwachsen, den Zerfall und die Erneuerung der Wälder untersuchen können.“ Die natürlichen Prozesse geben Millers Angaben zufolge wichtige Anstöße für eine naturnahe Bewirtschaftung der bayerischen Wälder.
Gerade unter dem Aspekt des Klimawandels seien von der Naturwaldreservatsforschung wertvolle Erkenntnisse für den Waldumbau zu erwarten.
Am 29. und 30 Mai findet in Lohr am Main eine Fachtagung zu Naturwaldreservaten statt. Die Tagung soll darüber Aufschluss geben, wie es mit diesen Flächen und der Forschung darin weitergeht. Die Bayerischen Staatsforsten stellen ihre naturnahe Bewirtschaftung von Buchen- und Eichenwäldern bei einer Führung im Forstbetrieb Rothenbuch vor.
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