Jahr der Investitionen im bayerischen Staatswald

Am Ende des ereignisreichen ersten Geschäftsjahres zieht das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) eine positive naturale Bilanz: „Unser erstes Jahr war ein gutes Jahr für den bayerischen Staatswald“ so der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Freidhager in Regensburg. „Wir haben in die Qualität unserer Wälder investiert und sind mit der Nutzung des Rohstoffs Holz unter dem Zuwachs geblieben.“ Das erste Jahr war geprägt von einer hohen organisationsbedingten Mehrbelastung nach den Umstrukturierungen im Zuge der Forstreform. Auch die Natur hielt Überraschungen bereit: Kurz nach ihrer Gründung am 01. Juli 2005 erlebte die BaySF das Augusthochwasser im Voralpenland mit großen Schäden an Forstwegen. Dem folgte ein schneereicher Winter mit langer Arbeitsunterbrechung im Wald. Ein feuchtes Frühjahr 2006 half dem Unternehmen, eine starke Borkenkäfervermehrung zu verhindern.

22.06.2006 - Regensburg Seit Juli 2005 investierte die BaySF über zwölf Millionen Euro auf 2.200 Hektar in den Wald von Morgen und setzte den in vergangenen Jahrzehnten begonnenen Umbau instabiler Nadelholzbestände in zukunftsfähige Mischwälder konsequent fort. „Wir haben heuer über acht Millionen Jungbäume gepflanzt. So viel wie lange nicht mehr!“ freut sich der für Waldbau zuständige Vorstand Reinhardt Neft. Auch in der Pflege der Jungbestände konnte das Unternehmen mit einer Investition von sechs Millionen Euro einen Schwerpunkt setzen.

In Naturschutzaktivitäten und die Pflege des Schutzwalds in den bayerischen Alpen wurden rund 9,8 Millionen Euro investiert. Den größten Teil finanzierte der Freistaat Bayern, über eine Million steuerte die BaySF aus Eigenmitteln bei. „Dieses Engagement ist für uns kein Feigenblatt, sondern gelebte Nachhaltigkeit“ betont Freidhager. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstunternehmens widmeten sich in über zweihundert Projekten der Renaturierung von Mooren, der Pflege von Feuchtbiotopen, Streuwiesen und der Einbringung von seltenen Baum- und Straucharten sowie Biotopverbundmaßnahmen. Speziell bei Artenschutzprogrammen wie dem Auerwildschutz im Fichtelgebirge oder dem Fledermausschutz arbeiteten die Verantwortlichen auch mit den örtlichen Spezialistinnen und Spezialisten der Naturschutzverbände eng zusammen.

Die genutzte Holzmenge beläuft sich auf 5,4 Millionen Festmeter Holz (Zuwachs laut Bundeswaldinventur 2002: 6,9 Millionen Festmeter), wovon über achtzig Prozent an Unternehmen der heimischen Holzwirtschaft geliefert wurden. Mit einer gestiegenen Holznachfrage verbesserten sich auch die Gewinnerwartungen des Unternehmens Bayerische Staatsforsten. Die BaySF prognostiziert für das erste Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis im zweistelligen Millionenbereich. „In der Forstwirtschaft ist klar: Nur wer erfolgreich wirtschaftet, kann in den Wald von Morgen investieren!“, erläutert Freidhager.

Die emotionale Diskussion um Entgelte bei Veranstaltungen Dritter im Wald im Herbst 2005 zeigte die Bedeutung des Staatswaldes als Erholungsraum auf. Die Unternehmensleitung wurde dieser Situation in einer neuen, weitgehend kostenfreien Regelung im Frühjahr dieses Jahres gerecht. Mit einigen Monaten Abstand sieht Vorstandsvorsitzender Freidhager gelassen auf die Diskussionen zurück: „Der Wald spielt für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern eine große Rolle. Darüber freue ich mich.“ Für Erholungssuchende unterhält die BaySF über 5.000 Kilometer Wanderwege, rund 1.500 Kilometer Radwege, über 150 Kilometer Reitwege, über sechshundert Waldparkplatze und Einrichtungen wie Grillplätze, Aussichtstürme, Walderlebnispfade oder Unterstellhütten.

Die Aussichten für das zweite Geschäftsjahr sieht die Unternehmensleitung positiv. „Die Rahmenbedingungen für eine naturnahe Forstwirtschaft sind hervorragend“, so Dr. Freidhager mit Blick auf das florierende Holzgeschäft. Das Unternehmen soll jedoch, so der Wunsch der Unternehmensspitze, auch in ungünstigeren Marktlagen bestehen. Um die Bayerische Staatsforsten auf kommende Entwicklungen einzustellen, erarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BaySF deshalb mit dem so genannten „Nachhaltigkeitskonzept“ eine umfassende Unternehmens-strategie, die der Öffentlichkeit noch im Herbst 2006 vorgestellt werden soll.



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