Gemeinsam für den Waldnaturschutz
"Nur gemeinsam bringen wir den Waldnaturschutz in Bayern voran\", betonte der Vorstandsvorsitzende der BAYERISCHE STAATSFORSTEN Dr. Rudolf Freidhager zur Eröffnung der Waldtagung \"Kleiber und Stachelbart - Vogel und Pilz des Jahres 2006 als Weiser für artenreiche Buchenwälder".
12.05.2006 - Ebrach Die Veranstaltung im frühlingsgrünen Steigerwald bot ein Forum für interessierte Arten- und Naturschutzspezialisten – gemeinsam organisiert vom Bund Naturschutz Bayern e.V., dem Landesbund für Vogelschutz e.V., der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und dem Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF).
Der für Naturschutz zuständige Vorstand Reinhardt Neft kündigte bei der Veranstaltung ein umfassendes Natur- und Artenschutzkonzept für die Flächen der BaySF an und unterstrich: „Gemäß unserem Leitsatz „Nachhaltig Wirtschaften.“ stehen für die BaySF die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichwertig nebeneinander. Naturnahe Forstwirtschaft bedeutet für uns auch ein hohes Maß an Artenvielfalt in unseren Wäldern.“ Prof. Hubert Weiger, 1. Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern e.V. ergänzte: „Gerade die Staatswälder sind besonders verpflichtet, die Artenvielfalt der heimischen Waldarten zu erhalten. Die Bewirtschaftung des Staatswaldes muss sich daran orientieren und insbesondere die Fläche alter Wälder ausweiten und deren naturschonende Bewirtschaftung sicherstellen.“
Ludwig Sothmann, 1. Vorsitzende des Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV), zeigte sich angesichts des Bekenntnisses der Bayerische Staatsforsten zur naturnahen Forstwirtschaft optimistisch. Artenreiche Mischwälder seien der beste Schutz für die Lebensräume unserer waldbewohnenden Vögel, wie dem Kleiber. Der Wille der Bayerische Staatsforsten, im Waldnaturschutz partnerschaftlich mit den Naturschutzverbänden zusammenzuarbeiten, zeige sich schon heute bei den gemeinsamen Projekten mit dem LBV, so Sothmann. Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) kündigte an, die gemeinsamen waldökologischen Bemühungen wissenschaftlich unterstützend zu begleiten.
Im Zentrum der Tagung standen die Naturobjekte des Jahres 2006 Kleiber und Ästiger Stachelbart, sowie deren Lebensraum: die strukturreichen und naturnahen Buchenwälder. Für den Kleiber, die „Stimme unserer Wälder“, so Ludwig Sothmann, seien höhlen- und strukturreiche Altbaumbestände mit hohen Buchen- und Eichenanteilen unerlässlich. Der Ästige Stachelbart lebt auf abgestorbenen Baumteilen und belegt die ökologische Reife alter Buchenwälder. Von Naturwaldreservaten und Naturparzellen breitet sich der Ästige Stachelbart dank naturnah bewirtschafteter Wälder künftig in Bayern wieder aus, so hoffen die Waldnaturschützer von BaySF, Bund Naturschutz Bayern, Landesbund für Vogelschutz und LWF. Konkret strebt die BaySF an, über regionale Konzepte den Artenschutz stärker bei den Betriebsabläufen zu berücksichtigen, so Neft. Alte, ökologisch hochwertige Wälder finden sich im bayerischen Staatswald auf rund 10.000 Hektar.
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