Gemeinsamen Schutz für natürliche Waldquellen verstärkt
Regensburg/Hilpoltstein. Die Bayerischen Staatsforsten AöR und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. –Verband für Arten und Biotopschutz- (LBV) starten ein gemeinsames Projekt zum Schutz von wertvollen Quellbereichen im Wald.
Das Projekt legt seinen Schwerpunkt neben den Quellen als Trinkwasserspender auf die naturbelassenen Quellbereiche im Wald. „Wir haben es hier mit einer ganz speziellen Lebensgemeinschaft zu tun, die sich nirgends anders finden lässt“, erklärt der LBV-Landesvorsitzende Ludwig Sothmann. „Umso mehr ist der Erhalt dieser Bereiche wichtig“, so Sothmann weiter. Das Projekt wird von den Bayerischen Staatsforsten finanziert und von einem hauptamtlichen Wissenschaftler betreut. In den kommenden zwei Jahren werden die Waldquellen kartiert, deren Zustand erfasst und konkrete Pflegemaßnahmen abgeleitet. Ein Fortbildungsmodul für Försterinnen und Förster sorgt für die bayernweite Umsetzung.
Die Bayerischen Staatsforsten setzen mit der Partnerschaft im Quellschutz auf eine fachliche Vernetzung, um ihrer ganzheitlichen Naturschutzverantwortung gerecht zu werden. „Quellen sind einzigartige Kleinode in den Wäldern. Wir geben unseren Försterinnen und Förster Hilfsmittel an die Hand, die Biotope fachgerecht zu pflegen“, so Vorstand Reinhardt Neft. In einzelnen Fällen werden die Quellen durch das Entfernen von Rohren oder Fassungen renaturiert. Andere Waldquellen werden durch das Pflanzen von quelltypischen Baumarten in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Bereits im letzten Jahr wurden Grundlagenerhebungen in drei Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten (Rothenbuch im Spessart, Fichtelberg im Fichtelgebirge und Sonthofen im Allgäu) durchgeführt, die nun als Grundlage für die Umsetzung der Maßnahmen dienen.
Der LBV befasst sich seit 15 Jahren mit dem Schutz von Quellen und ist hier weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands als kompetenter Partner gefragt. „Wir sind froh, dass sich die Bayerischen Staatsforsten diesem wichtigen Thema der Biodiversitätssicherung mit uns gemeinsam annehmen wollen“, so Ludwig Sothmann. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, wenn wir unsere letzten wertvollen Quelllebensräume nachhaltig sichern wollen. Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Vorhaben auf dem richtigen Weg sind“.
In verschiedensten Quellformen leben eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, die sich in den letzten Jahrtausenden an diese feuchten Standorte angepasst haben. Wie langjährige Untersuchungen des LBV beweisen, sind außerhalb des Waldes in manchen Regionen bis zu 90 Prozent der ehemals vorhandenen Quellstandorte verloren. Sie wurden gefasst, verrohrt oder drainiert. Im Wald hingegen ist die Situation wesentlich besser, jedoch ist auch hier eine Reihe von Quellen beeinträchtigt.
V.i.S.d.P. Ralf Hotzy Referatsleiter Landschaftspflege Landesbund für Vogelschutz e.V Landesgeschäftsstelle Eisvogelweg 1 91161 Hilpoltstein Tel. 09174-477561 Fax. 09174-477575 Email: r-hotzy(at)lbv.de
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