Staatsförster trotzen der Wirtschaftskrise

Die Bayerischen Staatsforsten ziehen eine positive naturale Bilanz: "Die Wirtschaftskrise betrifft die Forstwirtschaft, nicht den Wald."

Pressekonferenz der Bayerischen Staatsforsten

"Die Investitionen in der Wald sind gesichert." Vorstandvorsitzender Dr. Rudolf Freidhager und Vorstand Reinhardt Neft bei der Pressekonferenz in Regensburg

(6. April 2009) – Regensburg  Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes werden die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) die Substanz des Staatswaldes verbessern. „Die Wirtschaftskrise trifft die Forstwirtschaft. Wir werden aber mit unseren Anstrengungen, den Wald fit für die Zukunft zu machen, nicht nachlassen“. Auf diesen Punkt bringt es der für den Waldbau zuständige Vorstand der Bayerischen Staatsforsten Reinhardt Neft. Das Ziel, standortgemäße, naturnahe, stabile und leistungsfähige Mischwälder vor dem Hintergrund des sich ändernden Klimas zu schaffen, werde weiterhin mit Nachdruck verfolgt. „Unsere Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und der Natur werden wir weiterhin erfüllen“, ergänzte Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Freidhager.

Die größte Herausforderung für die kommenden Jahrzehnte ist der Klimawandel. Die Klimaerwärmung kommt schneller, als eine natürliche Anpassung der Wälder möglich wäre. Sturm-, Trocken- und Insektenschäden sowie extreme Niederschlagsereignisse nehmen zu. Einige Baumarten, allen voran die Fichte, werden damit nur schwer zu recht kommen. Die Lösung kann nur Waldumbau heißen. Labile Reinbestände werden in stabile, baumartenreiche Mischbestände überführt. „Wir erhöhen den Laubholzanteil von aktuell 24 Prozent auf mittelfristig 43 Prozent. Das ist nicht allein durch natürliche Verjüngung erreichbar. Insbesondere in nadelholzdominierten Beständen muss Laubholz aktiv per Hand gepflanzt werden“, erklärt Reinhardt Neft. Für das Geschäftsjahr 2009 (1.7.2008–30.6.2009) kündigte er an, dass die Bayerischen Staatsforsten 2.600 Hektar neue Kulturen anlegen werden. Das entspricht etwa 4.000 Fußballfeldern und rund 15 Millionen Bäumchen. Noch höher wird im Geschäftsjahr 2009 mit der aktiven Förderung von Mischbaumarten und Struktur verbessernden Eingriffen in die Pflege junger Wälder investiert: mit rund 8.300 Hektar wird der zweithöchste Wert in diesem Jahrzehnt erreicht.

Im Zentrum aller naturaler und wirtschaftlicher Planungen der Bayerischen Staatsforsten steht der Begriff der Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass dem Wald nicht mehr Holz entnommen wird als nachwächst. Den 6,1 Millionen Festmetern Zuwachs steht ein Einschlag von 4,96 Millionen Festmetern im Geschäftsjahr 2008 gegenüber. Im laufenden Geschäftsjahr 2009 liegt der anvisierte Einschlag mit 4,7 Millionen Festmetern ebenfalls deutlich unter dem Zuwachs. Damit entlaste man auch den Holzmarkt, so Freidhager.

Waldangepasste Wildbestände sind die Voraussetzung für natürliches Wachstum der Bäume. Nur wenn der Verbiss an Jungpflanzen eingedämmt wird, hat der Wald eine Chance auf Verjüngung. Die BaySF setzen daher den Grundsatz „Wald vor Wild“ konsequent um. Im vergangenen Jagdjahr (1.4.2008-31.3.2009) konnten die über 8.500 Jägerinnen und Jäger auf den Flächen des Staatswaldes die Rekordstrecke des Vorjahres erneut übertreffen: Mit rund 56.000 Abschüssen, davon über 41.000 Rehe und über 9.000 Wildschweinen, wurde die höchste Abschusszahl in der Regiejagd seit 1993 erzielt.

In Naturschutzaktivitäten sowie die Pflege und Sanierung des Schutzwalds in den bayerischen Alpen wurde unvermindert investiert. Einen erheblichen Teil finanzierte dabei der Freistaat Bayern. In knapp 700 Einzelprojekten wurden zum Beispiel Moore renaturiert und Arten- und Biotopschutzaktivitäten, Pflanz- und Pflegemaßnahmen sowie Bodenschutzprojekte durchgeführt.

Der Klimawandel erfordert auch in Zeiten der Wirtschaftskrise anhaltende Investitionen in Waldumbau und Pflege der Wälder. Das Geld hierfür muss allerdings erst einmal erwirtschaftet werden. Kostenmanagement kommt in Zeiten der Wirtschaftskrise besondere Bedeutung zu. Eigene Waldarbeiterkapazitäten gilt es produktiv auszulasten, Fremdleistungen zu reduzieren, Verwaltungsprozesse zu optimieren und Einsparpotenziale zu nutzen. „Wir haben die wirtschaftlich guten Jahre genutzt, haben Investitionsrückstände abgebaut und sind in Vorleistung bei Pflanzungen, Wegebau und Waldpflege getreten. Unser Verständnis von Nachhaltigkeit beinhaltet, dass wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unsere forstlichen Kernaufgaben erfüllen“, betont Freidhager.



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