Klimaneutraler Dampf für Molkerei Zott und umweltfreundlicher Strom für 2.500 Haushalte
Das Gemeinschaftsprojekt von MVV Energiedienstleistungen und Bayerische Staatsforsten geht in Mertingen an den Start.

Das Bild zeigt von links nach rechts: Anton Hammer (Geschäftsführer Zott GmbH & Co. KG); Dr. Rudolf Freidhager (BaySF); Christine Weber (Geschäftsführende Gesellschafterin Zott GmbH & Co. KG); Josef Miller (StMLF); Georg Reiter (Geschäftsführender Gesellschafter Zott GmbH & Co. KG); Michael Lowak (Geschäftsführer MVV Energiedienstleistungen GmbH); Herbert Heinz (Geschäftsführer MVV Energiedienstleistungen GmbH IS Bayern); Albert Lohner (1. Bürgermeister Mertingen); Franz Oppel (Stellvertr. Landrat Donau-Ries).
(1. August 2008) – Mertingen Der bayerische Forstminister und Aufsichtsratsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), Josef Miller, setzte zusammen mit Vertretern der Investoren MVV Energiedienstleistungen und Verantwortlichen der BaySF den ersten symbolischen Spatenstich für das neue gemeinsame Biomasseheizkraftwerk auf dem Gelände der Molkerei Zott GmbH & Co. KG. Das Unternehmen BaySF investiert zusammen mit dem Mitgesellschafter MVV Energiedienstleistungen rund neun Millionen Euro am Standort in Mertingen (Landkreis Donau-Ries).
Durch den Bau der Anlage mit einer Jahresleistung von rund 51.000 Megawattstunden Dampf für die Molkerei Zott und 9.400 Megawattstunden Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung für das öffentliche Stromnetz hat der Einstieg der Bayerischen Staatforsten im Bereich der Bioenergie begonnen.
Als Brennstoff werden ausschließlich naturbelassene Waldhackschnitzel aus den um Mertingen liegenden Staats-, Körperschafts- und Privatwäldern eingesetzt. Miller: „Mertingen ist ein Vorzeigeprojekt im Bereich der Erneuerbaren Energien. Durch die Nutzung des heimischen Restholzes verbleibt wichtige Wertschöpfung in der Region.“
Durch die Wärme- und Stromerzeugung aus dem erneuerbaren und umweltfreundlichen Energieträger Holz vermeidet das neue Biomasseheizkraftwerk jedes Jahr den Ausstoß von rund 12.700 Tonnen des klimaschädlichen Triebhausgases Kohlendioxid, das bei der Energieerzeugung mit fossilen Energieträgern zwangsläufig entstehen würde. „Wir freuen uns, dass hier in Mertingen Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen“, unterstrich auch Michael Lowak, Geschäftsführer der MVV Energiedienstleistungen GmbH, die Vorzüge der Strom- und Dampfproduktion mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Die erste Dampflieferung ist im Frühjahr 2009 geplant.
Mit MVV Energiedienstleistungen haben die Bayerischen Staatsforsten einen kompetenten und verlässlichen Partner aus dem Energiesektor für den langfristigen erfolgreichen Bau und Betrieb von Bioenergieprojekten gefunden. Die BaySF sehen ihre Rolle in der zuverlässigen Versorgung der Anlage mit Energieholz, in die auch der Privatwald eng eingebunden werden soll. An der gemeinsamen Betreibergesellschaft für Mertingen halten die BaySF 49,9 Prozent der Anteile. „Die Bayerischen Staatsforsten engagieren sich bayernweit bei unterschiedlichen Biomasseprojekten mit dem Ziel, die Wertschöpfungskette für Holz zu erweitern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der BaySF, Dr. Rudolf Freidhager, die Strategie des Unternehmens. Insgesamt sind Biomassebeteiligungen unterschiedlicher Größe an weiteren Standorten in Planung. Ein unabhängiges wissenschaftliches Gutachten erhebt derzeit verlässliche Daten für die ökologische Unbedenklichkeit des Biomasseentzugs aus den Wäldern und leitet konkrete Entnahmemengen für unterschiedliche Waldstandorte ab.
MVV Energiedienstleistungen ist bundesweit mit Regionalgesellschaften vertreten, so auch in Bayern. Dort betreibt sie über ein Tochterunternehmen den Industriepark Gersthofen. In Scheßlitz versorgt sie die CEBAL Verpackungen GmbH mit Wärme. Die Gemeinden Ruhpolding und Bad Endorf setzen mit ihrem Partner MVV Energiedienstleistungen ebenfalls auf eine Nahwärmeversorgung aus umweltfreundlicher Biomasse.
Die Unternehmen
Die Bayerischen Staatsforsten mit Sitz in Regensburg bewirtschaften über 720.000 Hektar Wald des Freistaats Bayern und sind damit einer der größten Waldbesitzer in Mitteleuropa. Das Unternehmen baut mit der Beteiligung an Biomasseanlagen sein Engagement auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien aus. Für die Waldpfleger bedeutet das Investment eine sinnvolle Erweiterung der Wertschöpfungskette Holz.
Mit 218 Millionen Jahresumsatz und mehr als 750 Mitarbeitern gehört MVV Energiedienstleistungen zu den führenden deutschen Energiedienstleistern. Das Unternehmen der MVV Energie Gruppe hat sich auf Contracting für Kommunen, Industrie, Immobilienwirtschaft und Hotellerie sowie auf Care Solutions, den Betrieb von Industrieparks, internationale Beratungsprojekte und Baulanderschließungen spezialisiert.
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