Gib dem Käfer keine Chance
Borkenkäferbekämpfung im Staatswald optimiert

Größenvergleich: Der Buchdrucker ist deutlich kleiner als die Ein-Cent-Münze, der von ihm verursachte Schaden kann groß sein, wenn er nicht wirksam bekämpft wird.
(17. April 2009) – Regensburg Im bayerischen Staatswald wird die Borkenkäfersuche und –aufarbeitung an Fichten intensiviert. Klare Verantwortungen für einzelne Waldgebiete, wöchentliches Monitoring, ein überarbeitetes Holzabfuhr- und Lagerkonzept und eine neu aufgestellte überregionale Eingreiftruppe sollen den Käferneubefall eindämmen. In diesem Jahr schwärmen die zu Massenvermehrungen neigenden Fichtenschädlinge im Flachland früher als gewohnt. Grund ist die zuletzt trockene Witterung mit hohen Temperaturen.
Eine Reihe von Maßnahmen bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) soll bewirken, dass sich die unter der Rinde schnell entwickelnde Borkenkäferart Buchdrucker nicht auf weitere Fichten ausbreiten kann. Oberste Maxime ist es, befallene Bäume zügig aus dem Wald zu verbringen. Die Organisation des raschen Auffindens der Käferbäume, unverzüglichen Fällens und des Abtransports aus dem Wald wurde zeitlich optimiert. Die entscheidende Käfersuche wird auf mehr Sachkundige verteilt, das Kontrollnetz dadurch engmaschiger. Für den Fall, dass die Hölzer nicht direkt ins Sägewerk transportiert werden können, erhöhten die BaySF über Bayern verteilt die Anzahl der Holzsammelplätze zur Zwischenlagerung in sicherer Entfernung von Fichtenbeständen. Zudem wird seit drei Jahren immer mehr brutraumtaugliches oder befallenes Kronenmaterial gehackt. Im kommenden Sommer werden so voraussichtlich rund 200.000 Kubikmeter zu Waldhackschnitzeln verkleinert und energetisch verwertet. Über 60 Forstwirte und Förster stehen bereit und unterstützen in den kommenden Monaten ihre Kollegen in Brennpunktgebieten. Forstdienstleister für den Transport der Bäume aus dem Wald und schlagkräftige Hackerunternehmer konnten vertraglich gebunden werden. Mit dem Maßnahmenpaket wird der Einsatz von Borkenkäferinsektiziden weitestgehend vermieden.
Im vergangenen Geschäftsjahr konnte bereits die Käferholzmenge von über 1.200.000 Kubikmetern nach Orkan Kyrill in 2007 auf rund 800.000 Kubikmetern gesenkt werden. Vom Fichtenborkenkäfer befallene Hölzer erbringen auf dem derzeitigen Holzmarkt einen Mindererlös von bis zu 20 Prozent. Zudem verursacht Käferbefall erhöhten Organisations- und Betriebsaufwand mit finanziellen Folgen. Mittelfristige Strategie der BaySF - auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Klimaextreme - ist der Umbau der Staatswälder in laubholzreiche, naturnahe und somit resistente Mischwälder.
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