Bayerische Staatsforsten präsentieren die Bilanz des Geschäftsjahres 2008

Im Geschäftsjahr 2008 erreicht das Unternehmen seine ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ziele. Der eigentliche Gewinner ist der bayerische Wald.

(19. November 2008) – München  Die Bayerischen Staatsforsten stellten sich im Geschäftsjahr 2008 den Herausforderungen der Zukunft an Wald und Unternehmen: Schwerpunkte waren der Waldumbau vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Einstieg in das Geschäftsfeld Erneuerbare Energien. Nicht zu vergessen der Windwurf Emma, der dem Unternehmen rund 800.000 Festmeter Sturmholz in Form von Einzelwürfen bescherte. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte das Waldunternehmen ein hervorragendes Ergebnis in den Bereichen Ökologie und Gesellschaft.

62 Millionen Euro Gewinn, rund 3000 Hektar Neukulturen, Holzeinschlag deutlich unter dem Zuwachs und nicht zuletzt eine Dividende von 45 Millionen Euro für den Freistaat Bayern. Das sind die Rahmendaten des Geschäftsjahres 2008 (1. Juli 2007 - 30. Juni 2008). Mit über 340 Millionen Euro erzielen die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) im dritten Jahr ihres Bestehens erneut einen Umsatzrekord.

Der eigentliche Gewinner dieser Bilanz ist der bayerische Staatswald: „Die ökologischen, die ökonomischen und die gesellschaftlichen Leistungen der Bayerischen Staatsforsten sind bemerkenswert. Hierbei soll nicht verschwiegen werden, dass einzelne Fehler zu teilweise heftiger Kritik führten. Gleichwohl: In der Gesamtschau trägt der von den Bayerischen Staatsforsten beschrittene Weg zum Wohl des Waldes und der Gesellschaft bei“, kommentiert der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Staatsminister Helmut Brunner, die Ergebnisse des Jahresabschlusses. „Die Fakten belegen, dass die BaySF die wesentlichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Unternehmensziele nicht nur erreicht, sondern teilweise übertroffen hat“, betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Freidhager. Auch konnte der Gewinn um fast 20 Prozent auf über 62 Millionen Euro gesteigert werden. „Ohne den enormen Einsatz unserer Mitarbeiter wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen.“

Rundum erfreulich stellt sich die ökologische Situation der bayerischen Staatswälder dar. Die Aufwendungen für Neukulturen und Pflege sind mit 22 Millionen Euro die höchsten der vergangenen zehn Jahre und belaufen sich seit Unternehmensgründung auf insgesamt rund 54 Millionen Euro. Insgesamt forcierten die Staatsförster den Umbau der Wälder im Hinblick auf die bevorstehende Klimaerwärmung massiv. Das Konzept der Bayerischen Staatsforsten sieht den kontinuierlichen Umbau von klimasensiblen Fichten- oder Kiefernreinbeständen in laubholzreiche Mischbestände vor. Der Holzzuwachs liegt mit 6,1 Millionen Festmeter deutlich über dem Einschlag von 4,96 Millionen Festmeter. Im Geschäftsjahr 2008 führten die Bayerischen Staatsforsten Maßnahmen in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro im Rahmen von Schutzwaldpflege und –sanierung durch. Den größten Teil finanzierte der Freistaat Bayern. Zusammen mit speziellen Naturschutz- und Erholungsprojekten zeigt dieses Engagement, dass das Gemeinwohl auch in Zukunft im Fokus der BaySF bleibt.

Im Verlauf des Geschäftsjahres verschlechterten sich die Rahmenbedingungen zunehmend. Die Folgen der Orkane Paula und Emma auf den Holzmärkten waren deutlich zu spüren. Überkapazitäten im Binnenmarkt ab März 2008 und die exporthemmende Dollarschwäche drückten zusätzlich auf den Holzpreis. Mehrabnahme-klauseln und längerfristige Verträge trugen dazu bei, in dieser Situation die Ertragslage der Bayerischen Staatsforsten zu stabilisieren. Seit seiner Gründung setzt das Unternehmen auf eine ausgewogene Mischung aus mittel- und langfristigen Lieferverträgen und einem gut ausbalancierten Mix aus Groß- und Kleinkunden. Auf diese Weise können auch große Schadholzmengen, wie sie beispielsweise nach Orkanen auftreten, ohne starke Preiseinbußen schnell in die Sägewerke gebracht werden. Mit nach wie vor etwa 91 Prozent (309 Millionen Euro) stellt das Holzgeschäft den Löwenanteil am Umsatz.

Mit der Gründung einer Tochtergesellschaft zur Produktion von Wärme und Strom aus Waldhackschnitzeln zusammen mit der MVV Energiedienstleistungen im dritten Geschäftsjahr wurde der Einstieg auf dem neuen Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien geschafft. Mittlerweile ist der Spatenstich zum ersten Biomasseheizkraftwerk der BaySF in Mertingen (Lkr. Donau-Ries) erfolgt.

Die Beschäftigtenzahl sank auf 2.951 Personen. Der allmähliche Personalabbau mit Schwerpunkt bei den Waldarbeiterinnen und Waldarbeitern erfolgte sozialverträglich ausschließlich auf dem Wege der Pensionierung.

Im laufenden Geschäftsjahr 2009 erwartet Freidhager mit Blick auf das Marktumfeld eine Eintrübung der Konjunktur: „Die allgemeine wirtschaftliche Lage macht natürlich auch nicht vor der heimischen Forst- und Holzwirtschaft halt.“ Auch die Bayerischen Staatsforsten „müssen den Gürtel enger schnallen“, so Freidhager weiter. Er machte allerdings deutlich, dass die Zukunftsinvestitionen in den Staatwald gesichert seien und weiterhin höchste Priorität genießen werden. Mit Blick auf die Herausforderungen zum Boden- und Biotopschutz kündigte die Unternehmensleitung ein neues Bodenschutzkonzept an. Ein konkretes Maßnahmenpaket zum Schutz von Biotop- und Höhlenbäumen ist bereits in Umsetzung. Der Dialog mit der örtliche Bevölkerung wird verstärkt, um die naturnahe Waldwirtschaft der BaySF zu erklären.

Weitere Informationen zum abgelaufenen Geschäftsjahr der Bayerischen Staatsforsten erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2008, der in den kommenden Tagen erscheint und als Download auf der Homepage bereit gestellt wird.

Wirtschaftliche Eckdaten:

(die Zahlen in Klammern sind die Werte von 2007):

Gesamtumsatz: 340,8 Mio. € (337,2 Mio. €)

Jahresüberschuss: 62,0 Mio. € (52,2 Mio. €)

Cashflow (vor Gewinnabführung): 45,9 Mio. € (14,7 Mio. €)

Bilanzsumme: 437,8 Mio. € (418,5 Mio. €)

Beschäftigte (per 30.06.): 2.951 Personen (2.983 Personen)

 

Naturale Eckdaten

Kulturen: 2.994 Hektar (2.192 Hektar)

Jungbestandspflege: 8.500 Hektar (5.339 Hektar)

Holzeinschlag: 4,96 Mio. Festmeter (7,06 Mio. Festmeter)

Zuwachs: 6,1 Mio. Festmeter (6,1 Mio. Festmeter)

Klicken Sie HIER um die Pressemitteilung als pdf herunterzuladen.



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Kommentare

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Joachim Keßler
18.12.2008 - 09:29 Uhr

Zur Frage von Herrn Sunders vom 25.11.:

Durch die Reduzierung des Einschlags im Geschäftsjahr 2008 auf unter fünf Millionen Festmeter wird ein Teil der notwendig gewordenen Mehrentnahmen der Vorjahre durch die Orkanschäden kompensiert. Auch im Geschäftsjahr 2009 ist ein ähnlich niedriger Entnahmesatz geplant.

Marion Stein
04.12.2008 - 20:43 Uhr

Zwei Stimmen aus einem lesenswerten Artikel über die Zukunft und Gegenwart des deutschen Waldes - nachzulesen unter:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,593502,00.html


Leif Miller (Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland):
"Derzeit regiert leider die Axt im deutschen Wald", kritisiert .

Sebastian Schönauer (Bund für Umwelt- und Naturschutz):
"Immer größere Maschinen rücken in den Wald vor. In den bayerischen Staatsforsten etwa schlage man alle 25 Meter Schneisen, sogenannte Holzrückgassen, um besser an den begehrten Rohstoff zu kommen. Doch schwere Maschinen sorgen mit ihrem Gewicht und den Vibrationen dafür, dass die lockere Humusschicht verdichtet wird. Sauerstoff dringt nicht mehr in die Tiefe. Zudem kann das Erdreich nicht mehr so gut Wasser speichern"

Marion Stein
03.12.2008 - 16:13 Uhr

Wer sich den Zustand des bayerischen Staatswaldes und dessen Entwicklung in den letzten Jahren ansieht, kann die Äußerung "Der eigentliche Gewinner dieser Bilanz ist der bayerische Staatswald" wohl nur als zynisch (wenn nicht gar verlogen) bezeichnen.

Stefan Sunders
25.11.2008 - 16:59 Uhr

Beinhaltet der Holzeinschlag des Geschäftsjahr 2008 (4,96 Mio. Festmeter) auch das, durch die Orkane Paula und Emma, angefallene Sturmholz?