Winterfütterung für Rotwild

Neuauflage der Wintergatter-Flyer ist online

Wintergatter Rotwild

Die Bayerischen Staatsforsten, die etwa ein Drittel der Bayerischen Wälder bewirtschaften, betreiben seit Jahren ein umfassendes Rotwildmanagement. Damit wird dem Grundsatz „Wald vor Wild“ genüge getan und gleichzeitig dem Rotwild ein artgerechter Lebensraum gesichert. Mit rund 30.000 Tieren findet sich in Bayern mehr Rotwild als in den meisten anderen Bundesländern.

Meist lebt das Rotwild in den dünner besiedelten Gebieten in den Alpen, im Spessart oder in der Oberpfalz. Dort finden sie in den wärmeren Monaten genügend Nahrung. Kiloweise Gras, Knospen, Baumrinde, aber auch Kartoffeln und Rüben verspeisen die hungrigen Vierbeiner. Genau das ist auch der Grund, warum die Hirsche nicht allseits beliebt sind. Die Tiere können nämlich erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft anrichten. Und hier beginnt der Spagat, den auch die Bayerischen Staatsforsten als nachhaltiges Unternehmen meistern müssen: Einerseits gilt es, Lebensraum für das größte heimische Landsäugetier zu erhalten. Andererseits sollen durch die Tiere keine größeren Schäden an Wald und Fluren entstehen. Das Rotwildmanagement der Bayerischen Staatsforsten versucht, genau diese beiden Pole zu vereinen: Die Tiere werden nach dem Grundsatz „Wald vor Wild“ gemäß bejagt, aber unter sehr strengen, selbst auferlegten Bedingungen.

Um den Stress für die sensiblen Tiere zu minimieren, wird der Jagddruck möglichst weit reduziert. Das heißt, dass die Tiere nur in bestimmten zeitlichen Intervallen bejagt werden, und diese Intervalle möglichst kurz gehalten werden. Die Nachtjagd wird grundsätzlich nicht ausgeführt. Die Bejagung wird möglichst vor Neujahr eingestellt. Der Hintergrund dafür ist, dass die Hirsche im Winter ihren Stoffwechsel stark reduzieren und dadurch in der kalten Jahreszeit besonders auf Ruhe angewiesen sind. Jede Störung führt durch die damit verbundene Flucht zu einem erhöhten Energieverbrauch. Als Konsequenz müssen die Tiere mehr fressen, was wiederum zu stärkerem Verbiss führt. Durch Maßnahmen zur Besucherlenkung werden darüber hinaus Störungen soweit wie möglich verhindert.

Mit revierübergreifenden Fütterungskonzepten und Wintergattern im Hoch- und Mittelgebirge wird den Tieren, die aufgrund von Verbauung meist nicht mehr in die angestammten Wintereinstände ziehen können, auch in schneereichen und langen Wintern das Überleben gesichert. Die Kosten dafür sind erheblich: Alleine der Forstbetrieb Bad Tölz der Bayerischen Staatsforsten wendet jährlich über 50.000 Euro für die Überwinterung des Rotwildes auf. BaySF-weit beträgt die Summe rund 300.000 Euro. Das Geld ist aber gut investiert, weil dadurch die Verbissbelastung der wertvollen Bergwälder reduziert wird.

Die Flyer können Sie hier als pdf herunterladen:

Wintergatter Vorderriß (Forstbetrieb Bad Tölz)


Wintergatter Spitzingsee (Forstbetrieb Schliersee)

Wintergatter Schattenwald (Forstbetrieb Oberammergau)

Wintergatter Almhütte (Forstbetrieb Oberammergau)

 

Weitere Ausflugsziele im Staatswald finden Sie hier:

Erlebniswald / Ausflugsziele



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Kommentare

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Helmut Schreiber
24.01.2011 - 09:08 Uhr

Die gen. 30 000 Stück beziehen sich auf ganz Bayern.Wenn man von Stückzahlen aus geht müßte man wissen wie groß der Lebensraum ist.
Interessanter wäre aber noch, wie hoch der derzeitige Rotwildbestand in den Revieren der Bayer. Staatsforsten ist und wie großdie Rvierfläche (Lebensraum ) ist.