Aus dem Staatswald komm ich her …

Bayerische Staatsforsten stiften den Christbaum auf dem Marienplatz in München

(25.11.2010) – München Der prominenteste Weihnachtsbaum Münchens stammt in diesem Jahr aus dem bayerischen Staatswald, genauer gesagt aus dem Forstbetrieb Oberammergau. Die 27 Meter hohe und rund 80 Jahre alte Fichte aus dem Hasental in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen ist der diesjährige Christbaum des Christkindlmarkts auf dem Marienplatz.

Geschlagen wurde er extra für den Münchner Weihnachtsmarkt, aber in einem Bestand, in dem regelmäßig Eingriffe notwendig sind, da es sich um einen Weidewald handelt. „In der Heimweide im Hasental entnehmen wir regelmäßig Bäume, um den Weidewald aufzulichten. Dies ist notwendig, damit Gräser und Kräuter genug Licht bekommen und der Weidecharakter erhalten bleibt“, so Walter Echter, der Förster des Reviers Partenkirchen, in dem das Hasental liegt. Die Fällung war selbst für den erfahrenen Forstmann etwas Besonderes, musste doch mit dem Weihnachtsbaum äußerst behutsam umgegangen werden: An- und abgebrochene Äste, die bei einem normalen Fällvorgang immer vorkommen, durfte es natürlich nicht geben. Unterstützt wurde er daher von der ortsansässigen Feuerwehr, die mit schwerem Gerät und Kranwagen anrückte, der für ein sanftes Niedergleiten des Baumriesen sorgte. Und auch beim Transport war äußerste Vorsicht geboten, um die heimische Fichte nicht zu beschädigen. Hierfür wurde extra ein Holztransporter umgebaut, um einen sicheren Transport zu gewährleisten. 

Mit achtzig im besten Alter

Die Fichte ist die häufigste Baumart in den Wäldern Bayerns und liefert den begehrten Rohstoff Holz etwa für den Bau von Dachstühlen. Besonders in Oberbayern und auch in den dort vorkommenden Weidewäldern ist die heimische Baumart vermehrt anzutreffen. Die für die Forstwirtschaft wichtige Baumart ist zwischen achtzig und hundert Jahren im besten Alter und wird dann meist geerntet, wie der Förster sagt.  

Die Nutzung erfolgt bei den Bayerischen Staatsforsten einzelstammweise und selektiv: Das bedeutet, die Holzernte wird nicht flächig betrieben, sondern es werden immer nur einzelne Bäume gezielt entnommen. Der Wald als Ganzes bleibt erhalten. Auch der diesjährige Weihnachtsbaum für den Marienplatz wurde nach diesem Prinzip ausgewählt: Die im lichten Weidewald weitgehend freistehend aufgewachsene Fichte konnte eine dichtere und tiefere Krone ausbilden, als dies in einem geschlossenen Bestand möglich wäre. Sie ist damit optimal für die Verwendung als Christbaum geeignet. 

Am frühen Morgen des 15. November wurde die Weihnachtsfichte von der Feuerwehr der Stadt München entgegen genommen, aufgestellt und mit mehr als 2500 Lichtern versehen. Die offizielle Einweihung findet jedoch erst am 26. November um 17 Uhr statt. An dieser wird neben dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude auch der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, teilnehmen.



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